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Kasseler Staatstheaterintendant Florian Lutz erhält Theaterpreis „Der Faust“

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Von: Kathrin Meyer

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Bei der Verleihung: Das Produktionsteam (von links) Sebastian Hannak (Bühne), Mechthild Feuerstein (Kostüme), Florian Lutz (Regie), Konrad Kästner (Video) und Kornelius Paede (Dramaturgie).
Bei der Verleihung: Das Produktionsteam (von links) Sebastian Hannak (Bühne), Mechthild Feuerstein (Kostüme), Florian Lutz (Regie), Konrad Kästner (Video) und Kornelius Paede (Dramaturgie). © Privat/nh

Deutschlands wichtigster Theaterpreis „Der Faust“ geht nach Kassel. Staatstheaterintendant Florian Lutz erhält Auszeichnung in der Kategorie Musiktheater.

Kassel/Düsseldorf – Florian Lutz, Intendant des Kasseler Staatstheaters, ist für seine Inszenierung von Alban Bergs „Wozzeck“ in der Kategorie „Inszenierung Musiktheater“ mit dem Theaterpreis „Der Faust“, dem wichtigsten deutschen Theaterpreis, ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am Samstag im Schauspielhaus Düsseldorf statt. Lutz selbst bezeichnete den Preis am Sonntag als „schöne Überraschung“, über die er sich deshalb umso mehr freue.

„Es ist eher unüblich, dass Intendanten diese Auszeichnung erhalten, das ist ein Grund, weshalb ich nicht damit gerechnet habe“, so Lutz, der unterstrich, dass er den Preis nicht als Erfolg seiner Person, sondern als Wertschätzung des ganzen Hauses sehe. Gerade Musiktheater sei ein Gemeinschaftswerk, bei dem besonders viele Bereiche wie Orchester und Technik in das Stück involviert seien. Alle Beteiligten seien bei der aufwändigen Inszenierung in der 360-Grad-Rauminstallation, dem sogenannten Pandaemonium, regelrecht über sich hinaus gewachsen.

Im Vorfeld habe er die Kriegsthematik des ebenfalls nominierten Stücks „Die Verurteilung des Lukullus“ von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth vom Kollektiv Hauen und Stechen an der Staatsoper Stuttgart, als Favoriten gesehen, eben weil sie gerade sehr aktuell ist. Dritter Nominierter war Jakob Peters-Messer für „Fremde Erde“ von Karol Rathaus am Theater Osnabrück. Schon die Nominierung ist ein Erfolg, so Lutz.

Zum Auftakt seiner Intendanz in Kassel zeigt Florian Lutz mit Alban Bergs „Wozzeck“ gegenwärtiges, packendes Musiktheater, heißt es in der Begründung der Jury. Und weiter: „In Sebastian Hannacks beeindruckender Raumbühne Pandaemonium sitzt der Zuschauer mitten im Geschehen und wird mit simulierten Live-Abstimmungen zum Teilnehmer einer bösen Show, die anhand eines einzigen Produkts vorführt, wie Wirtschaftsinteressen Politik aushöhlen. Das ist klug überlegt, konsequent und aufwändig umgesetzt. Eine liebevolle, genaue Personenführung ermöglicht allen Beteiligten ein Spiel mit vollem Einsatz.“

Aufgrund der sanierungsbedingten Schließung des Opernhauses und dem schon ab kommendem Sommer verbundenen Verzicht auf die Technik, plant Lutz weitere Aufführungen mit der besonderen Raumkonstruktion. Dass das, was aus einem technischen Mangel entstanden ist, jetzt so gewürdigt wird, motiviere, damit weiter zu experimentieren, so Lutz. Der Faust wird seit 2006 verliehen. 2017 war er bereits nach Kassel gegangen. Johanna Wehner erhielt ihn für ihre Regiearbeit. (Kathrin Meyer)

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