Bund investiert in Kultur- und Fernbahnhof

Weniger Zugluft und kürzere Wege: Das wünschen wir uns für die Kasseler Bahnhöfe

Oft kalt und windig: Auf den Sitzgruppen an den Gleisen im Bahnhof Wilhelmshöhe ist das Warten in den Sommermonaten kein Problem, aber gerade bei im Winter beklagen sich viele Reisende.
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Oft kalt und windig: Auf den Sitzgruppen an den Gleisen im Bahnhof Wilhelmshöhe ist das Warten in den Sommermonaten kein Problem, aber gerade bei im Winter beklagen sich viele Reisende.

Der Bund investiert in die beiden großen Kasseler Bahnhöfe. Wir haben uns umgehört und vor Ort geschaut, wo noch Verbesserungsbedarf wäre.

Kassel – Er ist als „Palast der Winde“ bekannt, der Kasseler Fernbahnhof in Wilhelmshöhe. Aber ist die dauerhafte Zugluft das einzige Problem? Was sich Reisende wünschen:

Kürzere Wege

Besonders oft werden die weiten Wege genannt. Gerade im Vergleich zu anderen Bahnhöfen sei das Umsteigen in Kassel aufwendig. „Früher ist mir das nicht so aufgefallen, aber vor allem im Alter bekomme ich das jetzt zu spüren“, sagt eine Reisende, die am Fernbahnhof in den ICE steigt. Auch Rollstuhlfahrer Paul Hülsmann weiß, dass die Rampen gerade für Senioren problematisch sind. Für ihn als aktiven Rollstuhlfahrer hingegen sind sie ein Geschenk, weil er am Fernbahnhof nicht auf einen Aufzug angewiesen ist.

Mehr Aufzüge

In Wilhelmshöhe gibt es Aufzüge nur im hinteren Bereich des Bahnhofes in Richtung der Langzeit-Parkflächen der Bahn. Wer von der Ladenstraße auf die Gleise kommen will, muss die Rampen nutzen oder erst ein Stück laufen, was mit Gepäck schwierig ist. Aufzüge im Bereich des Haupteingangs würden dieses Problem lösen. Zumal die Rampen bleiben müssen, um Rettungswagen die Zufahrt zum Gleis zu ermöglichen.

Größere Wartebereiche

Wer am Fernbahnhof eine Zeit lang warten muss, der kann momentan nur auf zwei kleinere Warteräume zurückgreifen. Die allerdings bieten Sitzplätze für maximal zehn Personen. Auch gibt es keine Tische oder andere Arbeitsmöglichkeiten im Bahnhof. Reisende können sich lediglich in die Cafés setzen, um dort die Zeit bis zur Abfahrt zu überbrücken. Am Kasseler Hauptbahnhof ist die Situation ähnlich. Allerdings sind die Flächen hier weitläufiger als am Fernbahnhof.

Blick auf die Gleise: Der Kasseler Kulturbahnhof bietet für Reisende nur wenige, geschützte Wartemöglichkeiten.

Besserer Windschutz

„Im Sommer geht das alles“, sagt Oliver Kanstein aus Baunatal. Er ist mehrere Jahre mit dem Zug von Wilhelmshöhe nach Frankfurt gependelt. Im Winter seien Warten und Gleiswechsel in Kassel kein Spaß. Möglichkeiten, um in geschützten Bereichen warten zu können, gäbe es kaum.

Toilettenöffnung

Dass die Toiletten am Kulturbahnhof nur von 6 bis 21 Uhr geöffnet sind, wird schon länger kritisiert. Auch am Fernbahnhof können die sanitären Einrichtungen nur zwischen 6 und 23 Uhr genutzt werden. Das ist ein Problem, gerade wenn man früh morgens reist oder abends spät fährt, wenn es in Bahnhofsnähe kaum eine andere Möglichkeit gibt, eine Toilette aufzusuchen.

Lautere Ansagen

Gerade bei schlechtem Wetter würde man die Durchsagen kaum verstehen, wenn man bereits unten auf den Gleisen steht, sagt eine Seniorin. Zudem wünscht sie sich präzisere Ansagen, die seien nämlich oftmals sehr umständlich. (Von Kathrin Meyer)

Investitionen vom Bund

Von einem Bundesprogramm zur Sanierung von Bahnhöfen sollen auch die beiden Kasseler Bahnhöfe profitieren. 40 Millionen Euro sind für 170 Bahnhöfe in Deutschland vorgesehen. Für den Fernbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe werden 341 000 Euro bereitgestellt unter anderem für die Erneuerung von Treppen, Zugängen und Dächern. Am Kasseler Hauptbahnhof sollen 104 000 Euro in Sitzmobiliar, Wartemöglichkeiten, Wand- und Bodenbeläge investiert werden. Die Ausführung der Arbeiten soll schon zeitnah im Herbst dieses Jahres erfolgen, heißt es in der Mitteilung. kme

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