Seit Juli 2009 warten Jugendliche auf dem Warteberg auf altersgerechte Spielgeräte

Wünsche nicht erfüllt

Einsam und verlassen: Vor dem Basketball-Korb fehlt eine Spielfläche. Foto: Fischer

Philippinenhof / Warteberg. Kinder und Jugendliche auf dem Warteberg sind von der Stadt Kassel schwer enttäuscht. Als Ergebnisse eines Workshops im Juli 2009 hätten sich die heute Acht- bis 14-Jährigen für den Spielplatz an der Schanze eine Rutsche, eine Nestschaukel, eine Wippe und eine Tischtennisplatte gewünscht, sagt Carolin Hahn (11). Bekommen haben sie einen Sandkasten, ein kleines Spielhaus und eine Schaukel. Vor dem Basketball-Korb fehlt eine Fläche zum Dribbeln.

Elf Monate nach ihrem Workshop mit dem Spielmobil Rote Rübe haben die Jugendlichen im Juni vergangenen Jahres bei einer Bürgerversammlung in der Schule am Warteberg ihre Wünsche erneut vorgetragen. „Da hieß es, ‘in drei Wochen fangen wir an’“, sagt Carolin, die sich auch in einem Schulprojekt für den Spielplatz engagiert hat. „Irgendwann im Herbst bauten dann städtische Mitarbeiter den Sandkasten auf“, ergänzt ihre Mutter Anja. Die Schaukel sei Ende Oktober errichtet worden, war aber, da der Rasen darunter wieder wachsen musste, gesperrt bis Dezember. „Dann kam der Schnee“, sagt Carolin. Die Schaukel ist das einzige Spielgerät, das sie nutzen kann. In das Spielhaus passt sie nicht hinein und im Sandkasten wollen Jugendliche auch nicht spielen. 20 Jugendliche wohnten in ihrer Umgebung, sagt Carolin. „Da wir auf dem Spielplatz nichts haben, skaten wir halt jetzt auf der Straße.“ Der nächstgelegene Spielplatz Ahnabreite sei 20 Minuten entfernt.

Geld war gesperrt

Zuständig für die Gestaltung des Spielplatzes ist das Umwelt- und Gartenamt. Dessen Leiterin, Regula-Maria Ohlmeier, sagt, man habe das Projekt erst im Mai 2010 angehen können, weil vorher das Geld dafür gesperrt war. Danach habe man begonnen, den Bolzplatz zu versetzen und dessen Rasen zu renovieren. Dafür habe der Ortsbeirat 5000 Euro zur Verfügung gestellt. Für den Sandkasten, die Schaukel, das Spielhaus und deren Sicherheit habe man 19 000 Euro ausgegeben.

Diese Spielgeräte habe man sich gewünscht, weil seinerzeit einige Babys unterwegs waren, sagt Gert Saalfeld, im Gartenamt zuständig für die Spielflächenunterhaltung. An dem Workshop hätten nur Kinder älter als sechs Jahre teilgenommen, sagt Carolin Hahn, aber keine Eltern.

Laut Saalfeld sollen bis zum Sommer auf jeden Fall noch die gewünschte Wippe und auch eine Seilbahn für die Jugendlichen aufgebaut werden. Im Übrigen verweist er auf Verschönerungsarbeiten seines Amtes. Ein Spielfeld vor dem Basketball-Korb habe niemand gewünscht. Man habe aber Bänke aufgestellt, Büsche zurückgeschnitten und Bäume gepflanzt. „Die hat sich niemand gewünscht, dafür hätte man Spielgeräte kaufen sollen“, sagt Anja Hahn.

Von Wilhelm Ditzel

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