Vater verlangt Besichtigung des Tatorts

NSU-Prozess: Yozgat will Ortsbegehung

München/Kassel. Im NSU-Prozess hat der Vater des Kasseler Mordopfers Halit Yozgat verlangt, dass das Gericht sich selbst ein Bild vom Tatort - dem Internetcafé an der Holländischen Straße in der Nordstadt - macht.

Der Verfassungsschützer Andreas T. aus Hofgeismar gab an, nichts von dem Verbrechen mitbekommen zu haben, obwohl er zur Tatzeit in einem Nebenzimmer war.

„Entweder hat Herr T. meinen Sohn Halit Yozgat getötet, oder er hat gesehen, wer ihn getötet hat“, sagte Vater Ismail Yozgat am Dienstag vor dem Münchner Oberlandesgericht. T. müsse seinen toten Sohn hinter der Theke gesehen haben. Davon solle sich der Senat bei einer Besichtigung des Tatorts selbst überzeugen, forderte er.

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe war mit einem Antrag auf Unterbrechung des NSU-Prozesses gescheitert. Sie wollte mit dem eingereichten schriftlichen Antrag die Zeugenbefragungen aussetzen lassen, bis ihr ein vierter Pflichtverteidiger beigeordnet ist.

Zschäpe ist wegen Beihilfe zu den Morden und zu den Bombenanschlägen sowie den Raubüberfällen, die von dem NSU-Trio Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verübt worden sein sollen, angeklagt.

Das Gericht setzte die Zeugenvernehmungen fort. Unter anderem berichtete ein Zeuge, der früher zum Umfeld des NSU-Trios zählte, über gemeinsame Aktivitäten. Die 2011 nach einem misslungenen Überfall mutmaßlich durch Suizid verstorbenen Mundlos und Böhnhardt sollen die zehn Morde verübt haben, die dem ausländerfeindlichen NSU vorgeworfen werden. (dpa)

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