Mehr Asylbewerber: 56 Zwangs-Ausweisungen seit Jahresbeginn

Zahl der Abschiebungen in Kassel steigt rasant

Kassel. Mit der steigenden Zahl der Asylbewerber kommt es auch immer häufiger zu Abschiebungen in Stadt und Kreis Kassel – im Schnitt etwa zweimal pro Woche.

In diesem Jahr sind bereits 56 Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, gegen ihren Willen aus dem Land gebracht worden (Stadt: 25, Kreis: 31). Damit ist die Vorjahreszahl schon jetzt überschritten: Im gesamten Jahr 2014 gab es 50 Abschiebungen (Stadt: 15, Kreis: 35).

Während bei den Fällen im Kreis Kassel die Abschiebungskosten vom Land Hessen übernommen werden, muss die Stadt selbst dafür aufkommen. Für dieses Jahr rechnet das Rathaus mit Kosten in Höhe von 80.000 Euro, Tendenz steigend.

Zu einer Abschiebung kommt es, wenn abgelehnte Asylbewerber ihrer Ausreisepflicht nicht freiwillig nachkommen. Das passiert nach den Zahlen der Ausländerbehörde in sechs Prozent der Fälle. Nach Verstreichen einer Frist - in der Regel ein Monat - werden die Asylbewerber dann von der Polizei abgeholt und in ihr Heimatland zurückgeschickt. Bei den sogenannten Dublin-Fällen werden die Asylbewerber zurück in das Land gebracht, in dem sie die EU zuerst betreten haben. Dieser Staat ist für das Asylverfahren zuständig.

Über Ablehnung oder Anerkennung eines Asylantrags entscheidet das zuständige Bundesamt. Die Kasseler Ausländerbehörde hat keinen Einfluss darauf. Deren Leiter Norbert Strauch sagt: „Abschiebungen sind eine Aufgabe, die keiner schön findet.“

Man bemühe sich, den Vorgang so human wie möglich zu gestalten. Wenn Betroffene nachts abgeholt würden, was recht häufig vorkomme, liege dies allein an den Flugzeiten oder den Übergabezeiten an der Grenze.

Strauch rechnet mit weiter steigenden Abschiebungszahlen. Bis zur Jahresmitte werden Stadt und Kreis Kassel voraussichtlich 815 neue Asylbewerber aufgenommen haben. Im gesamten vorigen Jahr gab es 1016 Neuzuweisungen, 2013 waren es 625.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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