Agenturchef will kein Krisen-Szenario zeichnen

"Fetten Jahre sind vorbei": Mehr Arbeitslose im Dezember

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Kassel. Der jahrelange Aufwärtstrend auf dem regionalen Arbeitsmarkt ist vorerst gebrochen: Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit den fünften Monat in Folge gestiegen, wenn man die Quote mit dem Vorjahreswert vergleicht.

Im Agenturbezirk Kassel, zu dem neben Stadt und Landkreis auch der Werra-Meißner-Kreis gehört, liegt der Wert bei 6,9 Prozent (Vorjahr: 6,7 Prozent). In der Stadt Kassel kletterte die Quote auf 9,9 Prozent (Vorjahr: 9,7). Damit bleibt der Wert aber nach wie vor unter der seit Mai geknackten Zehn-Prozent-Marke.

Im Landkreis, der mit 4,7 Prozent Arbeitslosigkeit wie immer besser dasteht als die Stadt, fiel der Anstieg etwas geringer aus (Vorjahr: 4,6 Prozent).

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember - im Agenturbezirk um 0,2 Prozentpunkte - ist nicht außergewöhnlich: Durch die witterungsbedingte Pause in den Außenberufen gibt es jeden Winter mehr Entlassungen.

Der negativ ausfallende Vergleich zum Vorjahr zeigt aber, dass nicht nur saisonale, sondern auch konjunkturelle Gründe hinter dem Anstieg stecken. „Die fetten Jahre sind erstmal vorbei“, sagt Agenturchef Detlef Hesse. Das Wachstumstempo habe sich verlangsamt und Arbeitsverhältnisse würden unsicherer.

Ein Krisen-Szenario will Hesse aber nicht zeichnen. Die Aussichten für 2013 sehe er „mit gebremsten Optimismus“. Wie es weitergeht, hänge vor allem davon ab, wie sich die Absatzmärkte im EU-Raum und in den USA entwickelten.

Nennenswertes Wachstum erwarten auch die Unternehmerverbände in Nordhessen nicht, sagt deren Sprecher Achim Schnyder. „Die Stimmung ist eher gedämpft.“ Positiver blickt das Handwerk ins neue Jahr. Man erwarte einen leichten Umsatzzuwachs und stabile Beschäftigung auf hohem Niveau, sagt Sprecherin Barbara Scholz. Dem Handwerk komme Unsicherheit auf den Finanzmärkten zugute. „Die Menschen investieren verstärkt in die eigenen vier Wände.“ (rud)

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