Zahl der Asylbewerber im Raum Kassel wächst

Kassel. In den Raum Kassel kommen immer mehr Asylbewerber, die Schutz vor Verfolgung in ihren Herkunftsländern suchen. Für sie werden allmählich die Unterkünfte knapp, berichten Stadt und Landkreis.

Seit 2008 kommen Jahr für Jahr mehr Menschen nach Deutschland, die einen Asylantrag stellen. Im Vorjahr waren es fast 46.000, meldet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Das sei der höchste Wert seit acht Jahren. Der Trend macht sich auch in der Region bemerkbar. Vom Regierungspräsidium Darmstadt, das für die hessenweite Verteilung zuständig ist, wurden dem Landkreis Kassel im Jahr 2008 insgesamt 37 Asylbewerber zugewiesen. 108 waren es im vergangenen Jahr und bereits 83 seit Januar 2012. Man rechne bis Dezember mit einer neuen Höchstmarke, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn.

Wiesbaden und der Kreis Kassel müssten derzeit in Hessen die meisten Asylbewerber unterbringen. Das hänge mit der Einwohnerzahl und den vorhandenen Kapazitäten zusammen. Im Stadtgebiet ist die Entwicklung ähnlich. Mitte 2008 lebten in Kassel 38 Menschen in der Hoffnung auf eine Asylanerkennung. Zum Stichtag 2011 waren es 90 und Ende vergangener Woche 141 Personen.

In den Gemeinschaftsunterkünften werde es zunehmend eng, sagte Stadtsprecher Hans-Jürgen Schweinsberg: „Wir suchen vorsorglich auf dem freien Wohnungsmarkt, aber das ist bei der derzeitigen Lage nicht einfach.“ Schwerpunktmäßig aus muslimisch geprägten Ländern wie Afghanistan, Somalia, dem Iran und dem Irak kommen derzeit Menschen in der Hoffnung auf Asyl in die Region – darunter immer mehr Kinder und Jugendliche. Im Landkreis sind im Vorjahr 17 Jungen und Mädchen angekommen, die ohne Eltern nach Deutschland eingereist sind. In der Stadt sind es 22, um die sich das Jugendamt kümmert.

Von Bea Ricken und Axel Schwarz

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.