In Kassel arbeitet schon mehr als jede zweite Schule ganztägig mit Mittagstisch

Zahl der Mensen steigt

Freuen sich aufs Essen: Die Kinder an der Grundschule Waldau sitzen am eingedeckten Tisch und warten darauf, dass ihnen das Essen serviert wird. Foto: Herzog

Kassel. Kassel ist in Sachen Mittagsversorgung und Ganztagsschulen auf einem erfolgreichen Weg. „Wir haben stetig steigende Essenszahlen in den Schulen“, sagt Schul- und Jugenddezernentin Anne Janz. 2009 wurden insgesamt 342 000 Essen ausgegeben, 2010 waren es 369 000 und im Jahr 2011 werden es voraussichtlich über 400 000 Essen sein. Das erklärt sich laut Uwe Heger vom Schulverwaltungsamt auch damit, dass durch das Bildungs- und Teilhabepaket vermehrt Werbung für das Essen in Schulen gemacht wird. Zudem wurden und werden viele neue Schulmensen gebaut.

Die Möglichkeit zum Mittagessen in der Schule ist eine der Voraussetzungen dafür, dass eine Schule ganztägig arbeiten kann. In Kassel sind bereits 29, also mehr als die Hälfte aller Schulen, ganztägig ausgerichtet. Davon bieten 16 einen pädagogischen Mittagstisch an. Darüber hinaus arbeiten sechs Schulen als Offene und sieben als Gebundene Ganztagsschule. Das bedeutet, dass alle acht städtischen Gesamtschulen, vier Gymnasien, drei Verbundschulen sowie sechs von sieben Förderschulen und acht von 23 Grundschulen ganztägig arbeiten und auch ein Mittagessen anbieten. Von neun Schulen liegen Anträge vor.

Doch der Erfolg - wie beispielsweise an der Offenen Schule Waldau - wo inzwischen alle 850 Schüler mittags essen, kommt nicht von allein. „Das Mittagessen klappt nur da, wo die Schule konzeptionell dahintersteht und sich einbringt“, sagt Janz.

Am Anfang hatte das städtische Schulverwaltungsamt die komplette Organisation des Mittagstischs übernommen. Die Stadt schloss die Verträge mit Caterern und Ausgabepersonal und stellte die Warenkosten den Eltern in Rechnung, beziehungsweise nahm das Geld über den Verkauf von Essensmarken ein.

Seit einigen Jahren verfolge man in Kassel das Konzept, die Organisation der Mittagstische auf Schulförder- und Mensavereine zu übertragen. Janz: „Die sind viel dichter am Bedarf der Schüler.“ Zudem spare dieses Prinzip Bürokratiekosten. Die Stadt schließt hierfür Verträge mit den Fördervereinen und übernimmt eine Personalpauschale für die Ausgabekräfte in den Schulen. „Alles andere, Caterer-Auswahl, Preise, Bezahlsysteme und so weiter, bestimmen die Schulen selbst“, sagt Heger.

Neu ist jetzt die gemeinsame Organisation mit dem Jugendamt bei den Ganztagsgrundschulen. Hier können die Schulen wählen, ob sie die Organisation über die Fördervereine übernehmen. Dazu haben sich beispielsweise die Ernst-Leinius- und die Fridtjof-Nansen-Schule entschieden. Dann bestimmen die Schulen weitgehend selbst die Dinge und die Stadt zahlt eine Personalaufwandspauschale. Oder die Stadt organisiert die Mittagstische in Kooperation mit dem Jugendamt über das Rathaus, welches das Personal und Catering organisiert.

Mit der Entscheidung, einen Großteil des Geldes aus dem 60-Millionen-Euro-Investitionspaket in den Ausbau von Schulmensen zu stecken, habe man einen großen Schritt nach vorn gemacht, sagt Janz.

Von Christina Hein

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