Das sind die Ergebnisse einer Verkehrsstudie

Zahl der Radler in Kassel steigt, Busse und Bahnen verlieren Kunden

Kassel. Die Kasseler legen im Fünf-Jahres-Vergleich mehr ihrer täglichen Wege mit dem Fahrrad zurück, zugleich nutzen sie weniger Busse und Bahnen. Das sind die Hauptergebnisse einer Verkehrsbefragung durch die Technische Universität Dresden in Kassel.

Demnach ist das Auto – ob als Selbst- oder Mitfahrer – für die Kasseler immer noch das wichtigste Fortbewegungsmittel zum Erreichen täglicher Ziele. Es wird in 42 Prozent aller Fälle genutzt. Andererseits bewegt sich ein größerer Anteil der Einwohner (58 Prozent) umweltfreundlich mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit Bussen und Bahnen durch die Stadt.

Gewinner und Verlierer

Verglichen wurden Umfragedaten aus den Jahren 2008 und 2013. Zwei Entwicklungen sind für die Verkehrsplanung in Kassel besonders bedeutsam: Auf einen durchschnittlichen Werktag umgerechnet, stieg der Anteil der Fahrradnutzer am Gesamtverkehr deutlich von 6 auf 9 Prozent. Der von Stadtbaurat Christof Nolda forcierte Ausbau von Fahrradwegen scheint mit der repräsentativen Erhebung begründbar zu sein. Sorgen machen muss sich die KVG: Der Anteil der Bus- und Bahnnutzer ging um zwei Prozentpunkte auf 17 Prozent zurück.

Freizeit und Einkäufe vorn

Die meisten ihrer Wege in der Stadt (31 Prozent) legen die Kasseler für Freizeitaktivitäten zurück. Auf den weiteren Plätzen folgen:

•  Einkäufe und Besorgungen:

28 Prozent;

•  Arbeitswege: 20 Prozent und

•  Wege zur Schule, Kita oder

Uni: knapp 18 Prozent.

Potenzial fürs Fahrrad

Je nachdem, wie weit der Weg ist, nutzen die Kasseler andere Verkehrsmittel. Kurze Strecken unter einem Kilometer legen sie vor allem zu Fuß zurück. Ist der Weg länger als drei Kilometer, entscheiden sich die Befragten mehrheitlich für das Auto. Ab zehn Kilometern Weglänge kommen dann Auto und KVG gleichermaßen infrage.

Aufgrund der Studienergebnisse sieht die Stadt Kassel laut einer Pressemitteilung Potenzial für die vermehrte Nutzung von Fahrrädern auf Strecken zwischen einem und drei Kilometern Länge. Knapp ein Drittel aller Wege, die die Kasseler täglich zurücklegen, fiel in diese Kategorie – und in 42 Prozent dieser Fälle werde bisher das Auto genommen, „obwohl vor allem das Fahrrad bei diesem Entfernungsbereich ein attraktives, umweltfreundliches und stadtverträgliches Verkehrsmittel ist“.

Die Autonutzung für tägliche Wege in Kassel ging gegenüber 2008 um einen Prozentpunkt zurück.

Hintergrund: Verkehrsbefragung 2013 an 100 Orten

Im Lauf des Jahres 2013 hatte ein Meinungsforschungsinstitut für die Uni Dresden Kasseler aus 1571 zufällig ausgewählten Haushalten nach ihrem Verkehrsverhalten befragt. Bundesweit lief die Befragung in über 100 Städten und Gemeinden. Auftraggeber vor Ort waren die Stadt Kassel und die KVG. Nach eineinhalbjähriger Aufbereitung der Daten liegen nun die Ergebnisse vor.

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