Nur gefühlt mehr Gewalt

Zahl der Tötungsdelikte hat in Kassel nicht zugenommen

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Spurensuche: Polizeischüler durchforsteten am Donnerstagdas Gebiet rund um den Tatort in der Knorrstraße.

Zwei Morde innerhalb von zwei Tagen haben für Erschütterung gesorgt. Erst wurde in der Nacht zum Donnerstag ein 21-Jähriger auf offener Straße in Niederzwehren erschossen.

In der Nacht zum Samstag wurde ein Mann in einem Hochhaus in Oberzwehren erstochen. Hinzu kommt der Mord an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, der seit Anfang Juni für Schlagzeilen sorgt.

Haben Tötungsdelikte in Kassel zugenommen? Wenn man nach der Statistik geht, dann nicht. Die bewege sich auf dem gleichbleibenden Niveau wie in den Vorjahren, so Polizeisprecher Torsten Werner. Drei vollendete Delikte innerhalb kurzer Zeit sorgten allerdings für ein anderes Gefühl in der Bevölkerung.

In diesem Jahr habe es in der Stadt Kassel bislang elf Tötungsdelikte (ohne den Fall Lübcke, der in die Landkreis-Statistik fällt) gegeben. Darunter sei es in neun Fällen beim Versuch geblieben. Nur bei den letzten beiden Fällen wurden die Opfer tatsächlich getötet. Bei sechs versuchten Delikten setzten die Täter ein Messer ein. In einem Fall wurde ein Auto und in einem anderen Fall wurden Glasscherben als Waffe eingesetzt. Ein Opfer wurde mit dem Kopf auf den Boden geschlagen.

14 Tötungsdelikte im vergangenen Jahr

Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr gab es in der Stadt Kassel 14 Tötungsdelikte (darunter sieben Versuche), 2017 waren es 21 Fälle (15 Versuche), 2016 waren es zehn Fälle (sieben Versuche) und 2015 wurden 18 Delikte (sieben Versuche) registriert.

Der Fall Lübcke, bei dem der Rechtsextreme Stephan Ernst verdächtigt wird, den Regierungspräsidenten ermordet zu haben, nehme schon eine besondere Rolle ein, so der Polizeisprecher. Und auch der Fall des 21-Jährigen, der auf offener Straße erschossen worden ist, stelle eine Ausnahme dar.

Auch wenn die Fälle alle andere Hintergründe hätten und nicht zu vergleichen seien, haben sie eine Gemeinsamkeit, so Werner: „Immer wenn jemand ums Leben kommt, ist es das Schlimmste, was passieren kann.“

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