Unfallfluchten in Kassel nehmen weiter zu

Zahl der Unfälle in Kassel: So wenige Verkehrstote wie nie

+
Tödlicher Unfall am Altmarkt: Ein 46-jähriger Fußgänger war im September beim Überqueren der Weserstraße am Finanzamt von einer Straßenbahn tödlich verletzt worden. Ingesamt fünf Menschen starben im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen in Kassel.

Kassel. Die Zahl der Verkehrstoten in Nordhessen ist im vergangenen Jahr auf einen historischen Tiefstand gesunken. 38 Menschen verloren auf den Straßen im Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen ihr Leben (Vorjahr: 44).

Das sei der niedrigste Wert seit 2001, seit die Zahlen für das Polizeipräsidium Nordhessen erfasst werden. Fünf tödliche Unfälle passierten dabei in der Stadt Kassel, sieben im Landkreis.

„Doch jeder Verkehrstote und Verletzte ist ein Auftrag an die Polizei, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen“, sagt Polizeipräsident Eckhard Sauer gestern bei der Vorstellung der Unfallstatistik. Auch ingesamt krachte es weniger. Ingesamt 4902 Unfälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr in der Stadt Kassel (Vorjahr: 5073). Das ist ein Rückgang um 3,4 Prozent. Meistens blieb es bei Blechschäden. Bei 770 Unfällen kamen Menschen zu Schaden.

Im Landkreis sank die Zahl der Unfälle um 4,3 Prozent auf 3431 (Vorjahr: 3585). Hier gab es 536 Fälle, bei denen Personen verletzt wurden.

Erstmals seit vielen Jahren könne man - zumindest betrachtet auf den gesamten Bereich Nordhessen - einen leichten Rückgang bei den Unfallfluchten verzeichnen, sagte Polizeipräsident Sauer. Nach wie vor komme es aber bei jedem vierten Unfall zu einer Fahrerflucht. In der Stadt Kassel, wo die meisten Unfallfluchten passieren, liegt der Anteil sogar bei 37 Prozent.

1809 Fälle wurden hier im vergangenen Jahr registiert. Entgegen dem Nordhessen-Trend ist das ein Anstieg um 3,4 Prozent (Vorjahr: 1749). Häufig handelt es sich laut Sauer um sogenannte „Parkplatzrempler“. Insofern trage die Verbreiterung von Parkplätzen, wie beispielsweise beim Einkaufszentrum Dez geschehen, auch zur Vermeidung von Unfallfluchten bei. Wer glaubt er komme sicher ungeschoren davon, wenn er dem Nachbarauto eine Beule verpasst, der könnte irren: Die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten liegt bei immerhin 45 Prozent.

Wildunfälle

Ein weiterer großer Posten in der Statistik sind die Wildunfälle - dies allerdings vor allem im ländlichen Bereich. Bei jedem fünften Unfall im Bereich Nordhessen sind Wildschwein, Reh und Co. im Spiel. 4098 Wildunfälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr, das ist ein leichter Anstieg um 65 Fälle. Dabei lasse sich ein Zusammenhang mit der Bejagung von Schwarzwild erkennen, so die Polizeistatistiker: In Jahren, in denen viele Wildschweine gestreckt wurden, gingen die Unfallzahlen spürbar zurück.

Die Zahl der Unfälle, die unter Einfluss von Alkohol und Drogen passierten, ging im vergangenen Jahr leicht zurück auf 512 Fälle (Vorjahr: 533). Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit im Bereich Verkehr soll laut Sauer die Bekämpfung der beiden Hauptunfallursachen sein: das seien weiterhin zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Sicherheitsabstand.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.