Kasseler Sozialdemokraten geben sich beim Neujahrsempfang gelassen und selbstbewusst

Mit Zahlenspielen ins Wahljahr

Guter Dinge: Kassels SPD-Chef Jürgen Kaiser, Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Juso-Vorsitzende Sabine Wurst, SPD-Bundestagsmitglied Thomas Oppermann, Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Jordan und Fraktionschef Uwe Frankenberger (von links). Foto: Koch

kassel. Mit launigen Zahlenspielen hat sich die Kasseler SPD auf das Wahljahr eingestimmt. Beim Neujahrsempfang am Freitagabend im Foyer des Amtsgerichts rechnete Vorsitzender Jürgen Kaiser vor zahlreichen Gästen in Stunden und Prozenten vor, dass das neue Jahr noch recht jung sei und man trotz des fortgeschrittenen Datums mit den Neujahrsgrüßen durchaus noch in der Zeit liege.

Eine ganz andere Rechnung legte Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, in seinem Ausblick auf das Superwahljahr 2011 mit sieben Landtags- beziehungsweise Kommunalwahlen vor. Die Wirtschaft sei gut ins Jahr gestartet, der Aufschwung müsse nun auch bei den Menschen ankommen. „Sie haben Anspruch auf kräftige Löhne“, sagte der Göttinger unter Applaus. Oppermann unterstrich das Recht auf Arbeit, plädierte für angemessene Mindestlöhne und sprach sich gegen eine Benachteiligung von Leiharbeitern aus. Oberbürgermeister Bertram Hilgen, der am 27. März erneut antritt, rückte die Bedeutung von Bildung für einen guten Arbeitsplatz in den Blick. „Wir treten dafür ein, dass Bildung für alle da ist“, sagte er. Die vielfältigen Aufgaben könne die Stadt aber nur lösen, wenn sie bei den Sozialleistungen entlastet werde und die Gewerbesteuer erhalten bleibe. „Sonst dreht man uns den Hahn ab und die Kehle zu.“ Die Stadt gebe jeden vierten Euro für Transferleistungen aus. Auch bei der Finanzierung der Kindertagesstätten seien die Lasten ungleich verteilt. Zwei Drittel der Kosten blieben bei der Kommune hängen. Die Städte seien die Wurzel der Demokratie, sagte Hilgen mit Blick auf die Unruhen im arabischen Raum. „Deshalb geht es um viel, viel mehr als nur um Geld.“

SPD-Fraktionschef und Landtagsabgeordneter Uwe Frankenberger wertete den Empfang im Amtsgericht als gutes Zeichen. Dort hatte die SPD 2005 den Stichwahlkampf für Hilgen gegen Georg Lewandowski (CDU) eröffnet. Die SPD werde „selbstbewusst, aber nicht überheblich“ in die Wahlen gehen. (els)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.