Bibliothek aus dem Jahr 1905 wird saniert und bekommt einen modernen Anbau - Alter Lesesaal gesperrt

Zehn Millionen für Murhardsche

Erweiterung in Richtung Park: Die Murhardsche Bibliothek soll einen modernen Anbau mit einem Lesesaal im Obergeschoss bekommen. Die Computergrafik zeigt, wie das mal aussehen könnte. Computergrafik:  Sichau & Walter

Kassel. Die Murhardsche Bibliothek am Brüder-Grimm-Platz soll für zehn Millionen Euro saniert werden und einen modernen Anbau bekommen. „Bis zum Jahresende werden wir die Pläne beim Ministerium vorlegen“, sagt Dr. Axel Halle, der Leiter der Universitätsbibliothek, zu der die Murhardsche gehört. Frühestens Ende 2012 könnten die Arbeiten beginnen.

Zu den Vorbereitungen durch das Fuldaer Architekturbüro Sichau & Walter gehörte eine Bestandsaufnahme. Das Gebäude, das aus dem Jahr 1905 stammt, wurde im Krieg schwer beschädigt. Nach dem Wiederaufbau in vereinfachter Form ist es nicht mehr grundlegend verändert worden. Zur Bestandsaufnahme gehörte auch ein Brandschutzgutachten. Demnach entspricht der große Lesesaal im ersten Obergeschoss nicht mehr den aktuellen Auflagen.

Zweiter Fluchtweg fehlt

Zusammengeräumt: Als Arbeitsplatz steht der große Lesesaal bis zur Sanierung nicht mehr zur Verfügung. Foto:  Fischer

„Als Arbeitsplatz steht der Saal bis zur Sanierung nicht mehr zur Verfügung“, sagt Bibliotheksleiter Halle. Die Tische wurden bereits zusammengestellt. Die Bücher aus dem Lesesaal können weiter genutzt werden. Wer damit arbeiten will, muss sie allerdings in den angrenzenden Hessischen Lesesaal mitnehmen. „Es ist in den vergangenen Jahren nie etwas passiert, und es wird mit größter Wahrscheinlichkeit nichts passieren, aber nach dem Gutachten mussten wir reagieren“, sagt Halle. Außer über den Haupteingang gibt es keinen zweiten Fluchtweg. Das soll sich mit der Sanierung ändern.

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Unter dem Dach der Murhardschen lagern Bücher von unschätzbarem Wert. Dazu gehören das Hildebrandslied aus dem 9. Jahrhundert, der Willehalm-Codex aus dem 13. Jahrhundert, das Handexemplar der Grimm’schen Hausmärchen (Weltdokumentenerbe) und eine Gutenbergbibel (um 1450).

In dem geplanten Anbau soll im Obergeschoss ein neuer Lesesaal mit Blick auf den angrenzenden Murhardpark entstehen. „Der wird schöner als alle Lesesäle, die wir bisher haben“, sagt Halle.

Er rechnet damit, dass das Ministerium für Wissenschaft und Kunst bis zum Frühjahr 2012 die Prüfung der Pläne abschließen wird. Bis zum Jahr 2014 könnte dann saniert, umgebaut und erweitert werden. „Wir machen das im laufenden Betrieb“, sagt Halle. Ziel sei es, möglichst wenig Einschränkungen in der Nutzung zu haben. Foto:  Koch

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Von Thomas Siemon

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