Anspruch auf Betreuungstage für Kinder: Zehn Tage pro Elternteil

Kassel. Das Problem kommt oft über Nacht: Am Morgen wacht das Kind plötzlich mit Fieber oder Schmerzen auf. Undenkbar, es trotzdem in den Kindergarten oder die Schule zu bringen.

Für berufstätige Eltern vor allem mit jüngeren Kindern ist es oft eine mittlere Katastrophe, wenn Kinder krank werden. Da häufig auch Großeltern nicht schnell erreichbar sind, bleibt letztlich die Frage, ob ein Elternteil zu Hause bleiben kann oder sich schnell eine andere Betreuungsmöglichkeit findet.

„Wir gehen immer davon aus, dass alles klappt, aber das Leben ist anders und Erreger halten sich nicht an bestimmte Zeiten“, sagt Stadträtin und erfahrene Mutter Anne Janz. Öffentliche Betreuung könne dann nicht alles abdecken, doch gebe es viele Möglichkeiten, auch in solchen Situationen Hilfen zu finden: Stadtteilnetzwerke, Nachbarschaftshilfen, Mütternotdienste oder Babysittervermittlungen. Adressen enthält der neu aufgelegte Familienwegweiser, der unter anderem beim Jugendamt und bei Familienberatungsstellen zu bekommen ist.

„Solche Situationen sind auch lösbar für Eltern, die über wenig Geld verfügen“, betont die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Karin Müller. Wichtig sei es, sich vorzeitig über mögliche Hilfen in Ausnahmesituationen zu informieren. Janz: „Wir ermutigen Frauen, bereits im Erziehungsjahr entsprechend aktiv zu werden.“ Zwar sei die Doppelbelastung berufstätiger Familien groß, doch gebe es heute auch so viel Unterstützung wie noch nie.

Damit weist sie unter anderem auf den gesetzlichen Anspruch von Müttern und Vätern hin, im Krankheitsfall des Kindes jeweils zehn Tage freizunehmen. Alleinerziehende haben Anspruch auf 20 Tage. Bei zwei Kindern verdoppelt sich die Anzahl der Krankheitstage. Bei mehreren Kindern gilt die Obergrenze von 25 Tagen pro Elternteil und 50 Tagen bei Alleinerziehenden. Allerdings ist in den meisten Fällen mit Lohneinbußen zu rechnen.

Gesundheitsamt informiert und hilft 

In den wenigsten Fällen brauchen Eltern ein Attest, wenn sie ihr Kind nach überstandener Krankheit wieder in den Kindergarten oder die Schule schicken. Auch darüber informiert das Gesundheitsamt auf seiner Internetseite.

Weitere Informationen zu Infektionskrankheiten und der Wiederzulassung in Gemeinschaftseinrichtungen gibt es auch in verschiedenen Sprachen bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Sollte nach einem Läusebefall ein Attest nötig sein , können sich Familien an das Gesundheitsamt wenden: Tel. 0561/10 03-19 68.

 

Von Martina Heise-Thonicke

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