Bande soll Katalysatorenteile bei VW entwendet haben – Prozess geplatzt

Kassel/Baunatal. Es klingt unglaublich: Mehr als zehn Tonnen edelmetallhaltiger Katalysatorenreste sollen drei Männer bei Volkswagen in Baunatal beiseitegeschafft haben. Jeden Tag rund 140 Kilogramm, vier Monate lang. Unbemerkt.

Wie ihnen das gelungen sein soll, hätte eigentlich jetzt vor dem Amtsgericht erörtert werden sollen. Doch der Prozess fiel aus.

Kurzfristig hatte sich das Gericht entschieden, zunächst die Verhandlung gegen die beiden mutmaßlichen Haupttäter abzuwarten. Und die – zwei Männer im Alter von 31 und 39 Jahren – sollen sich erst Ende Oktober vor dem Landgericht verantworten. Sie sind wegen schweren Bandendiebstahls angeklagt.

Dem Trio, das gestern hätte auf der Anklagebank Platz nehmen sollen, wirft die Staatsanwaltschaft dagegen lediglich Beihilfe vor. Das Objekt der Begierde soll „Monolithenbruch“ gewesen sein – also Reste sogenannter Monolithen, die das Innenleben von Keramikkatalysatoren bilden und mit wertvollen Edelmetallen wie Platin, Palladium oder Rhodium beschichtet sind.

Die von der Staatsanwaltschaft als Helfer eingestuften Männer – drei Kasseler im Alter von 32, 35 und 48 Jahren – sollen die Bruchstücke beim Katalysatoren-Recycling von Volkswagen auf dem Henschel-Gelände gesammelt, in Müllsäcke verstaut und zum Abtransport für die Haupttäter bereitgestellt haben.

Insgesamt werden ihnen 75 solcher Taten zwischen August und November 2008 zur Last gelegt. Den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft mit 735 000 Euro. (jft)

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