Warnstreiks in der Region

Zehntausende Briefe und Pakete bleiben liegen

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Streiks bei der Post: Dadurch bleiben Tausende Briefe und Pakete liegen.

Kassel. Viele Nordhessen und Südniedersachsen, die auf Briefe und Paketsendungen warten,  müssen sich voraussichtlich noch bis zum Ende der Woche gedulden. Wegen eines Warnstreiks von 240 Zustellern am Mittwoch im Großraum Kassel sind rund 340.000 Briefe und 17.000 Paketsendungen liegengeblieben.

Das sagt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Im laufenden Tarifkonflikt erhöhten die Briefträger in Nordhessen sowie auch in Rheinland-Pfalz und Brandenburg den Druck auf den Konzern vor der dritten Verhandlungsrunde, die am Donnerstag in Neuss stattfindet.

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In Kassel hatte der Warnstreik um 4 Uhr im früheren Hauptpostgebäude an der Unteren Königsstraße begonnen: Dort bestreikten Angestellte des Zustelldienstes die Eingangssortierung sowie die Verteilung der Sendungen in die Postfächer. Ab 7.30 versammelten sich die Streikenden aus Kassel sowie aus den angegliederten Zustellstützpunkten im Gebiet zwischen Hann. Münden, Guxhagen, Naumburg und Immenhausen in Eppos Clubhaus am Auestadion.

Vom kräftig gestiegenen Konzerngewinn im Vorjahr (1,66 Mrd. Euro) dürften nicht nur die Aktionäre profitieren, forderte Verdi-Betriebsgruppenvorsitzende Hanne Braun. Für die heutige Verhandlungsrunde erwarte die Gewerkschaft, dass die Post „ein ordentliches Angebot macht“. Bleibe dies weiterhin aus und komme es nicht zu einer Einigung, „werden wir zu flächendeckenden Streiks aufrufen“, kündigte Braun an. In diesem Fall könne es dann natürlich länger dauern, bis sich der Zustellbetrieb wieder normalisiere. Die Bereitschaft zum Arbeitskampf sei hoch unter den tariflich beschäftigten Zustellern, die etwa 60 Prozent dieses Belegschaftsbereichs ausmachten.

Die übrigen Mitarbeiter im Zustelldienst sind Beamte und somit nicht von der Tarifauseinandersetzung betroffen. Diese gilt für bundesweit 132.000 angestellte Zusteller. Für sie fördert Verdi sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Außerdem sollen die Auszubildenden monatlich 65 Euro mehr bekommen. Der Post-Tarifvertrag war am 1. April ausgelaufen und steht zur Neuverhandlung an. Zwei Verhandlungsrunden zwischen der Post und Verdi sind bislang ohne Ergebnis geblieben.

Von der Arbeitgeberseite ist dabei noch kein Angebot auf den Tisch gekommen. Der Warnstreik am Mittwoch sei „der letzte Versuch“, die Post zu einem Tarifabschluss zu bewegen, sagte Detlev Borowsky, Fachbereichsleiter für Postdienste, Speditionen und Logistik beim Verdi-Landesverband Hessen. Nach der Warnstreikversammlung in Kassel, sind die Teilnehmer laut Hanne Braun nicht wieder an die Arbeit zurückgekehrt. Ab Donnerstag sollten die liegen gebliebenen Sendungen „Stück für Stück aufgearbeitet“ werden. Kunden, die auf Briefe und Pakete warten, müssten sich auf ein bis zwei Tage Verzögerung einstellen, sagte die Verdi-Funktionärin – „es sei denn, auch die dritte Verhandlungsrunde scheitert.“ (asz)

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