Langjährige Tradition

Zeichen für den Frieden: 600 Teilnehmer beim Ostermarsch in Kassel

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Gedenken am Mahnmal: In diesem Jahr wurde der nationalsozialistischen Widerstandskämpferin Nora Platiel gedacht. Rolf Wekeck (Mitte) würdigte in seiner Rede die in Kassel gestorbene Juristin und Politikerin. 

Kassel. „Frieden schaffen ohne Waffen“ – unter diesem Motto waren in diesem Jahr 600 Teilnehmer aus der gesamten Region beim Kasseler Ostermarsch unterwegs.

Zwei Gruppen fanden sich dann am Mittag zur Abschlusskundgebung der zentralen Veranstaltung in Nordhessen am Kasseler Rathaus ein. 400 Teilnehmer waren zuvor am Bebelplatz im Vorderen Westen gestartet, 200 am Halitplatz an der Holländischen Straße. Der Ostermarsch stand unter dem Motto „Die Waffen nieder!“

Dass der mehr als 100 Jahre alte Aufruf von Bertha von Suttner nicht zur Leitschnur für die Politik der Bundesregierung geworden sei, thematisierte auch die Schülerin Marie-Luise Freudenberg in ihrer Rede auf der Kasseler Rathaustreppe.

Allerdings fand sie hier konkrete Anknüpfungspunkte: Es sei nicht nachzuvollziehen, dass die Bundeswehr mit Berufsinformationsständen an der Jakob-Grimm-Schule und an der Hegelsbergschule werben würde. Freudenberg kritisierte zudem, dass zu wenig Geld in die Bildung investiert werde. Hier nannte sie als Beispiel die Offene Schule Waldau, wo die Naturwissenschaftsräume seit 46 Jahren nicht saniert worden seien. „Hoch mit der Bildung, runter mit der Rüstung“, lautete ihre abschließende Forderung.

Zuvor war am Mahnmal für die Opfer des Holocausts am Weinberg der Widerstandskämpferin Nora Platiel gedacht worden. Rolf Wekeck würdigte die 1979 gestorbene Politikerin und Juristin. Kinder legten Rosen auf den steineren Dornenkranz. Der Demonstrationszug, der am Halitplatz gestartet war, stoppte am Mahnmal „Die Rampe“, um zu gedenken.

Auf den Plakaten der Friedensaktivisten stehen Forderungen wie Stopp der Waffenexporte, da mit Waffenverkauf in Spannungsgebiete auch Kämpfer der Islamischen Staates (IS) unterstützt würden. Außerdem soll die Verdopplung des Rüstungshaushaltes abgelehnt werden, da das Geld dann sozialen Projekten fehlt. Mit Blick auf die Situation in Syrien ist ein Ende laut der Aktivisten nur möglich, wenn sich ausländische Kriegsparteien zurückziehen.

Die Tradition der Ostermärsche geht auf die britischen Atomwaffengegner in den 1950er-Jahren zurück. Seit den 1960er-Jahren finden Ostermärsche auch in Deutschland statt. 

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