Mehr Grün, weniger Verkehr: Ideen für städtebauliche Aufwertung Bettenhausens

Noch Raum für Entwicklung: Der Blick von oben zeigt, dass rund um das Salzmann-Gelände (rechts oben) noch viel Platz ist. Deutlich wird auch die enge Nachbarschaft von Wohnen und Gewerbe. Archivfoto: Herzog/Charterflug Kassel Knabe

Bettenhausen. Idyllischer Dorfkern und donnernde Lastwagen, enge Gassen und viel befahrene Straßen: In kaum einem anderen Stadtteil sind die Gegensätze so ausgeprägt wie in Bettenhausen. Wohnen und Gewerbe liegen dicht beieinander. Nicht immer ist die Nachbarschaft harmonisch.

Dabei hat der Stadtteil viel Potenzial, auch um die Brüche abzumildern. Bettenhausen stehe im Rathaus anscheinend nicht an vorderster Stelle, sagt Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD). Im Stadtteil gebe es viele Industrie- und Gewerbebetriebe, die Gewerbesteuern einbrächten. „Wir wären froh, wenn davon etwas zurückkäme.“

Handlungsbedarf sieht der Ortsvorsteher vor allem rund um das Salzmann-Gelände, wo noch viel Platz zum Beispiel für Wohnhäuser sei. Der Ortsbeirat drängt auch auf ein großräumiges Verkehrskonzept, um den Schleichverkehr von der Dresdener durch die Heiligenröder Straße und die Wohngebiete zu vermeiden.

Unterstützung kommt von Studenten des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung der Uni Kassel. Sie haben ein Stadtteilentwicklungskonzept für Bettenhausen erarbeitet, das kürzlich vorgestellt wurde. Die Studenten haben ermittelt, dass durch Nachverdichtung bis zu 2400 Wohnungen geschaffen werden können. Allerdings nicht immer ohne größere Anstrengungen, da die Flächen zum Teil anderweitig genutzt werden. Über 360 Wohnungen ließen sich aber relativ schnell ohne große Hindernisse errichten. Etwa rund um Salzmann-Gelände, Losseschule und Ringhofstraße.

Die Nachfrage nach Wohnraum in Bettenhausen ist mit dem Wachstum des Solartechnikherstellers SMA deutlich gestiegen. „Bettenhausen hat viele und leicht mobilisierbare Entwicklungspotenziale“, sagt Prof. Uwe Altrock, der die Semesterarbeit an der Kasseler Uni gemeinsam mit Tobias Backen betreute. Die Erfolge bei der Ansiedlung von Gewerbe hätten verdeckt, dass es auch problematische Ecken gebe. Als Beispiel nennt er das Entree am Leipziger Platz, das städtebaulich aufgewertet werden müsse. In den Blick rücken müsse auch der Bereich um die Losse - das Rückgrat des Stadtteils.

Ortsvorsteher Schäfer teilt diese Einschätzung. „Da entwickelt sich kein Flair“, sagt er über die Betriebsgelände der Autohändler direkt an der Leipziger Straße, die Lücken ins Bild reißen. Mit der Wiederbelebung des Hallenbads Ost, dessen Zukunft aber weiterhin unklar ist, und einem Neubau anstelle der leer stehenden Flachbauten auf der gegenüberliegenden Seite der Leipziger Straße sei aber zumindest an dieser Stelle eine städtebauliche Entwicklung in naher Zukunft denkbar.

Von Ellen Schwaab

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