Zeitung ist immer dabei

Herbert-Theodor Pfeiffer lebt in Munster, liest aber immer noch die HNA

Kommt gern und regelmäßig nach Kassel: der Architekt Herbert-Theodor Pfeiffer (rechts). Unser Archivfoto zeigt ihn mit Universitätspräsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, seiner Ehefrau Marion und Anneliese Hartleb während der Eröffnung des Kultursommers Nordhessen 2007 am Schloss Wilhelmsthal in Calden. Foto: Schachtschneider

Kassel/ Munster/ Schladming. In seiner Kindheit machte er mit Freunden beim Räuber-und-Gendarm-Spiel die Gegend zwischen Donarbrunnen in Niederzwehren und Wehlheiden unsicher, hantierte auf einem alten Schießstand mit Kleinkaliberwaffen und tauschte die eingesammelten Patronenhülsen bei einem Altmetallhändler in der Kölnischen Straße gegen einen begehrten Zirkelkasten.

Seit 1962 lebt der 82-jährige Kasseläner Herbert-Theodor Pfeiffer im niedersächsischen Munster.

Und dennoch ist der Ehrensenator und großzügige Förderer der Universität Kassel (siehe Hintergrund) stets über alles Wichtige in seiner Heimatstadt informiert. Der Grund: Pfeiffer bezieht auf dem Postweg täglich die HNA – wenn auch mit einem Tag Verspätung. Und das seit mindestens 1960. Näher eingrenzen lässt sich das nicht, denn bei einer EDV-Umstellung sind sämtliche Abonnenten-Daten vor diesem Jahr verloren gegangen.

Somit liest der Architekt, der in Kassel die heutige Albert-Schweitzer-Schule und das Goethe-Gymnasium besuchte, sein Abitur in Duderstadt (Kreis Göttingen) machte und an der damaligen, später in der Uni aufgegangenen Staatsbauschule Kassel Architektur studierte, seit mutmaßlich 56 Jahren Nordhessens führende Tageszeitung. Und das noch immer gern, wie er beteuert. „Ich beziehe die HNA aus alter Verbundenheit zu Kassel und weil ich wissen will, was dort alles passiert“, sagt Pfeiffer, der in regelmäßigen Abständen nach Kassel kommt. Selbst wenn er sich an seinem zweiten Wohnsitz im österreichischen Schladming aufhält, lässt er die Zeitung nachkommen. „Das muss sein. Am Morgen brauche ich die HNA“, sagt der rüstige Rentner.

Pfeiffer schaut auf ein bewegtes Leben und eine bemerkenswerte Karriere zurück. Nach dem Studium (1951 bis 53) heuerte er für kurze Zeit in Göttingen an. Eine Ausschreibung verschlug ihn nach Munster, wo er vor allem auch wegen seiner aus Celle stammenden, 2012 verstorbenen Frau Helga hängen blieb. Dort baute er sich ein Architekturbüro auf, das in der Spitze 30 Menschen beschäftigte. Pfeiffer hat mit seinem Team unter anderem große Kasernenkomplexe mit Tausenden von Wohnungen für die britischen und amerikanischen Streitkräfte gebaut.

Die Zusammenarbeit mit den Briten sei angesichts der ausgeprägten Besatzermentalität mitunter schwierig gewesen, mit den Amis sei er sehr viel besser ausgekommen. Die hätten ihn in ihrer jovialen Art von Anfang an nur Ted genannt, erinnert sich der einst passionierte Sportflugzeug- und Hubschrauberpilot, der früher stets eigene Maschinen hatte.

In Kassel hat Pfeiffer noch einige Freunde. Einer davon ist Architekturprofessor Wolfgang Schulze. Der stammt aus Munster, wo er bei Pfeiffer Bauzeichner lernte. Dieser ermutigte ihn, in Kassel zu studieren, was Schulze auch tat. Kurioserweise blieb Schulze in der Heimatstadt seines Ziehvaters hängen. HINTERGRUND

Von José Pinto

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