86 Stellen zeitweise vakant - Stadt bricht ihr Schweigen

Personalnot im Kasseler Jugendamt: Kita-Angestellte wechseln häufig

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Viele Personalwechsel in Kitas: Zeitweise sind Dutzende Stellen unbesetzt. 

In Sachen Personalnot im Jugendamt hat die Stadt Kassel ihr Schweigen gebrochen. Zeitweise waren 86 Stellen unbesetzt. Jetzt folgen Erklärungen. 

Wie die HNA berichtete, waren Ende Juni von den für 2018 vorgesehenen 539 Planstellen im Sozial- und Erziehungsdienst nur 453 besetzt. Die Fraktion Kasseler Linke hatte Kritik an dieser Personallücke geübt, die zum Nachteil der Kita-Kinder sei. Nachdem sich das Rathaus zunächst nicht äußern wollte, wurde die Vakanz von 86 Stellen nun mit einer normalen Entwicklung begründet.

Nach Auskunft eines Stadtsprechers sei es üblich, dass bis Ende Juni, als die Zahlen ermittelt wurden, noch nicht alle Stellen des jeweiligen Haushaltsjahres besetzt seien. Wegen des großen Bedarfs seien 2018 insgesamt 43 Stellen im Sozial- und Erziehungsdienst – vor allem für Kita-Personal – geschaffen worden. Deren Besetzung habe aber erst erfolgen können, nachdem der Haushalt genehmigt wurde. Mitte April hatte das Regierungspräsidium Kassel dem Haushalt zugestimmt, im Mai wurde er rechtskräftig.

Erst anschließend, so der Stadtsprecher Claas Michaelis, habe mit der Ausschreibung und den Auswahlverfahren der Bewerber begonnen werden können. Insofern sei es nicht möglich gewesen, die 43 neu geschaffenen Stellen bis Juni zu besetzen. Dies sei erst später erfolgt, weshalb diese von den vakanten 86 Stellen abzuziehen seien, sodass 43 unbesetzte übrig blieben.

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Rathaus: "Saisonale Schwankungen"

Diese Lücke erklärt das Rathaus mit saisonalen Schwankungen. Erfahrungsgemäß nehme der Personalbestand im Frühsommer immer deutlich ab. Durch Kündigung oder Mutterschutz frei werdende Stellen könnten in diesem Zeitraum nicht zeitnah nachbesetzt werden, da Bewerber im Erziehungsdienst in der Regel bis zum Ende des Kindergartenjahres im Juli vertraglich gebunden seien. Auf dem freien Markt gebe es nicht genügend Bewerber.

Zudem würden immer wieder einige Stellen für Berufspraktikanten freigehalten, um diese ab August in eine Festanstellung übernehmen zu können. Folglich sei die Zahl der unbesetzten Stellen ab August wieder rückläufig. So sind aktuell von den 539 Stellen 512 besetzt. Darunter sind aber nicht nur Planstellen, sondern auch Zusatzstellen, die für projektbezogene Tätigkeiten im Jugendamt geschaffen wurden. Um diese zu finanzieren, wurden im Gegenzug Planstellen zeitweise gesperrt.

Die nach dieser Rechnung weiterhin 27 unbesetzten Stellen im Jugendamt bezeichnet der Stadtsprecher als „normale Fluktuation“.

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