Einwohnerzahl schrumpft

Zensus: 4672 Kasseler sind nach Zählung weg

Kassel. Die Veröffentlichung der Volkszählungsergebnisse hat es an den Tag gebracht: Kassel hat 4672 Einwohner weniger, als bislang angenommen - dem Landkreis sind 1707 Bewohner abhandengekommen.

Welche finanziellen Auswirkungen die Neuberechnung der Bevölkerungszahlen für die Kommunen hat, ist noch nicht absehbar. Denn das Geld, das vom Land über den kommunalen Finanzausgleich an die Städte und Gemeinden verteilt wird, richtet sich nicht allein nach der Einwohnerzahl.

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Nach den Zahlen des Zensus 2011 leben in Kassel nur 191.854 Menschen. Bisher war die Stadt von 196 526 Bewohnern ausgegangen. Damit schrumpfte die Einwohnerzahl um 2,4 Prozent. Kassel liegt mit dieser Korrektur im Trend. Der aus dem Zensus resultierende Bevölkerungsrückgang der kreisfreien Städte liegt in Hessen durchschnittlich bei 2,7 Prozent.

Im Landkreis Kassel liegen alte und neue amtliche Zahlen nicht so weit auseinander: Statt 236.387 Kreisbewohnern sind es nun 234.680. Es gibt Gewinner und Verlierer. Den prozentual größten Einwohnerverlust hat die Gemeinde Wahlsburg (minus 6,3 Prozent) zu verzeichnen, den größten Zuwachs Nieste (plus 2,8 Prozent). Die Ursachen für die Abweichungen liegen in der jahrelangen Fortschreibung der Einwohnerzahlen, die auf der Volkszählung im Jahr 1987 basierten.

Stadt und Kreis vermuten, dass sich etwa Studenten oft nicht an- und abmeldeten und Menschen mit ausländischen Wurzeln im Alter in ihre Heimatländer zurückziehen, ohne sich abzumelden. Bei Wohnsitzanmeldungen innerhalb Deutschlands wird diese Information an den ehemaligen Wohnort weitergeleitet.

Das hessische Finanzministerium will die neuen Zahlen erstmals beim Finanzausgleich 2014 zugrunde legen. Weil auch die Finanzkraft der jeweiligen Kommune relevant ist, seien noch keine Prognosen möglich.

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Von Bastian Ludwig

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