Zensus: Volkszählung muss in die Verlängerung gehen

Zensus

Kassel. Zwölf Wochen waren für die Haushaltebefragung des Zensus veranschlagt. In Kassel sollten zwischen dem 10. Mai und 2. August für die Volkszählung 10.650 Menschen befragt werden. Bis zum Stichtag werden aber nicht alle Fragebögen ausgefüllt im Zensus-Büro im Rathaus vorliegen.

„Wir müssen voraussichtlich um einige Tage verlängern“, teilt Corinna Kranert, Leiterin der Erhebungsstelle, mit.

Etwa zehn Prozent der Fragebögen fehlten derzeit noch, schätzt Kranert. Der Löwenanteil von 90 Prozent ist also bereits eingegangen. Davon seien etwa 60 Prozent mit Hilfe der ehrenamtlichen Interviewer ausgefüllt worden, 40 Prozent der Befragten hätten den Bogen selbst ausgefüllt oder ihre Angaben online gemacht.

Corinna Kranert

Die Verzögerung der Befragung liegt zum einen daran, dass vier Interviewer vor einigen Tagen abgesprungen seien, ohne ihre Aufgabe erfüllt zu haben. Etwa 400 Menschen, die für den Zensus Auskunft geben müssen, wurden also noch nicht informiert. Jetzt werden Ehrenamtliche aus der Reserve aktiviert, um die Arbeit noch zu erledigen. „Wir haben erfahrene Interviewer gebeten, die sind flott“, ist Corinna Kranert zuversichtlich. Insgesamt hatten sich 170 Kasseler freiwillig als Interviewer zur Verfügung gestellt.

Die Auskunft verweigert hätten bislang nur sehr wenige Menschen. „Was häufiger vorkommt, ist, dass die Leute gar nicht angetroffen werden.“ Das könne auch an den Sommerferien liegen, die in Hessen dieses Jahr sehr früh begonnen haben. „Insofern lag der Befragungszeitraum etwas ungünstig“, sagt die Leiterin der Erhebungsstelle.

Nach zwei vergeblichen Versuchen, den Fragenbogen zu übergeben, werden die für die Befragung ausgewählten Personen nochmals per Post angeschrieben und zur Auskunft aufgefordert, erklärt Kranert.

Zum einen könne es sein, dass die Angaben aus dem Melderegister nicht stimmen. Wer sich nur nicht rührt oder bewusst keine Auskunft gibt, muss - nach entsprechender Mahnung - mit einem Zwangsgeld rechnen: in der ersten Stufe werden 300 Euro verhängt, im zweiten Schritt 500 Euro. Dieses Zwangsgeld kann übrigens mehrfach verhängt werden, denn die Auskunft für den Zensus ist verpflichtend. Noch sei in Kassel kein Mahnverfahren eingeleitet worden, sagt Corinna Kranert. „Wir sind noch in der Erinnerungsstufe, wo wir die Betroffenen erneut anschreiben.“

Im hessenweiten Vergleich steht Kassel übrigens gut da: Laut Statistischem Landesamt liegt der Rücklauf bei der Haushaltebefragung bei 80 Prozent. Im Wesentlichen werde das Verfahren in zwei Wochen abgeschlossen sein, sagt Carsten Beck vom Landesamt. „Wenn einzelne Fragebögen noch nachgezogen werden, ist das kein Beinbruch.“

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