Zentralsterilisation: „Besichtigung nur Momentaufnahme"

Dampf gegen Keime: Ein Mitarbeiter der Diakonie-Kliniken legt eine Box mit Operationsbestecken in den Dampfsterilisator. Das Gerät protokolliert den Vorgang und prüft zum Beispiel Druck, Zeit und Temperatur. Archivfoto:  Dowe

Kassel. Die Zentralsterilisation am Klinikum Kassel war zuletzt am 8. Dezember vom Gesundheitsamt Region Kassel kontrolliert worden. Dabei seien keine gravierenden Prozessmängel aufgefallen, sagte der Leiter der Hygieneabteilung beim Gesundheitsamt, Dr. Markus Schimmelpfennig.

Das Problem müsse in der Zwischenzeit aufgetreten sein. „Begehungen sind immer eine Momentaufnahme“, betont der Hygienefachmann.

Es sei Aufgabe der Betreiber, darauf zu achten, dass alle Gesetze und Vorschriften Tag für Tag eingehalten werden, betont er.

Bei dem in Fulda aufgefallenen OP-Set aus Kassel waren - wie auch bei der aktuellen Begehung - flache Ablagerungen unbekannter Herkunft und Zusammensetzung aufgefallen. Offenbar liege das Problem bei der Reinigung der Instrumente. Die anschließende Sterilisation, die vom Gerät selbst nachvollziehbar dokumentiert werde, habe funktioniert, sodass die betroffenen Instrumente an sich zweifellos steril waren, sagt Schimmelpfennig.

Das Gesundheitsamt besichtigt und überprüft alle zwei Jahre Krankenhäuser, um deren Verfahrenweisen zur Infektionshygiene unter die Lupe zu nehmen. Dabei haben die Fachleute, die man auch als externe Qualitätssicherer bezeichnen könnte, auch bauliche Mängel, den Verbrauch von Desinfektionsmitteln und eventuell abgelaufene Prüfplaketten im Blick. Das Gesundheitsamt habe den Auftrag, auf Infektionsschutz zu achten, und zwar vom Keller bis zum Dach.

Auf die Einhaltung des Medizinprodukte-Gesetzes achtet das Regierungspräsidium, das insbesondere ein Augenmerk auf die Zentralsterilisation hat. Beide Behörden arbeiten eng zusammen. Wenn die Probleme am Klinikum wieder behoben sind und bevor die Sterilisation erneut für den Betrieb freigegeben wird, werden Fachleute beider Behörden noch einmal gemeinsam prüfen.

Viele Beanstandungen

Bei den turnusmäßigen Kontrollen, die nicht nur Krankenhäuser, sondern auch Arztpraxen, Altenheime oder Pflegeheime über sich ergehen lassen müssen, gebe es immer Beanstandungen, erläutert Schimmelpfennig: „Kein Betrieb arbeitet mängelfrei.“ Eine solche Häufung von Instrumenten, die zu beanstanden waren, habe er bislang jedoch noch nicht erlebt, sagt der erfahrene Hygienefachmann. (hei)

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