Polizei zog bulgarischen Lkw aus dem Verkehr

Rad zerfetzt: Sattelzug fuhr weiter

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Erfinderische, aber verbotene Konstruktion: Vom Hinterrad des Lkw war nicht viel übrig.

Kassel. Einen bulgarischen Lkw-Fahrer, der trotz eines zerfetzten Reifens mit seinem Sattelzug durch Kassel fuhr, hat die Polizei am Donnerstagmorgen auf der Verlängerung der B83 bei Bergshausen (L3460) aus dem Verkehr gezogen.

Ein aufmerksamer Autofahrer, dem der nicht verkehrstüchtige Sattelzug am großen Kreisel aufgefallen war, hatte die Polizei informiert. In Höhe der Abfahrt nach Bergshausen stoppten die Beamten den Lkw gegen 9.20 Uhr, berichtet Polizeisprecherin Sabine Knöll.

Am rechten Hinterrad hatte sich die Karkasse, das tragende Gerüst des Reifens, fast vollständig gelöst. Das Reifengummi hatte der 59-jährige Fahrer mit einem Spanngurt befestigt, sodass es sich nicht mehr drehen konnte. Der Reifen - oder das was davon übrig war - wurde also beim Fahren mit der Aufliegefläche über die Straße geschleift, schildert die Polizeisprecherin.

Der bulgarische Sattelzugfahrer erklärte gegenüber den Beamten, er sei mit dem erst kützlich entstandenen Schaden noch fünf Kilometer weitergefahren. Er sei auf dem Weg zu einer Werkstatt an der Marie-Curie-Straße gewesen. Dort hatte der 59-Jährige tatsächlich telefonisch einen Termin vereinbart, wie die Beamten herausfanden.

Auch die Ladung des Sattelzugs, knapp 24 Tonnen schwere Betonteile für Wasserschächte, war allerdings ebenfalls gar nicht oder nur mit maroden Spanngurten befestigt. Der Lkw wurde in die nur wenige Meter entfernte Werkstatt geschleppt, wo ein Gutachter die Mängel dokumentierte. Bis diese behoben sind, untersagte die Polizei dem 59-Jährigen die Weiterfahrt. Er musste zudem 75 Euro Verwarnungsgeld zahlen. (rud)

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