Rossing nicht begeistert

Neue Vorschläge für Salzmann: Galerien, Ateliers und Cafés könnten einziehen

Kassel. Galerien, Ateliers, Biergärten und Cafés: Das könnte auch eine Vision für eine neue Nutzung der weitgehend leerstehenden, sanierungsbedürftigen ehemaligen Salzmann-Fabrik in Bettenhausen sein.

Visionen, die andernorts schon Realität geworden sind: Der Projektentwickler und Architekt Bertram Schultze berichtete jetzt vor geschätzten 80 Besuchern während eines Diskussionsabends des Salzmann-Forums in Kassel von der erfolgreichen Vermarktung und Entwicklung der ehemaligen Baumwollspinnerei Leipzig durch Investoren und Sponsoren, die um etliches größer ist als die Salzmannfabrik. Im Salzmann-Forum haben sich verschiedene Vereine mit Unterstützung der Stadt und der evangelischen Kirche zusammengeschlossen, um die – bisher allesamt gescheiterten – Pläne für eine Nutzung und Sanierung des Salzmann-Geländes voranzubringen.

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Mit Fördermitteln, Spenden und Mieteinnahmen habe man für 20 Millionen Euro inzwischen nach und nach 70 000 Quadratmeter Nutzfläche saniert, sagte Schultze. Das sei angesichts der riesigen Fläche ein geringer Betrag. Das Projekt trage sich selbst. Auch Salzmann habe großes Potential. „Aber es ist Zeit, Geld in die Hand zu nehmen. Man muss bald was machen, sonst wird es richtig teuer“, meinte der Projektentwickler.

Die Anregungen aus Leipzig sorgten für großen, anerkennenden Beifall unter den Zuhörern, nicht aber beim Eigentümer von Salzmann und bisher mehrfach gescheiterten Projektentwickler Dennis Rossing. Leipzig mit seiner langen Tradition als Kunststadt sei nicht vergleichbar. Fördermittel wolle er nich beantragen. Bisher habe ihm die Stadt, beispielsweise beim Rückzug vom geplanten technischen Rathaus, Steine in den Weg gelegt. Baugenehmigungen würden versagt. Schließlich habe er schwer mit dem zunehmenden Vandalismus auf seinem Gelände zu kämpfen.

Für solche Äußerungen erntete Rossing heftigen Gegenwind. „Das ist nicht das richtige Objekt, um Profit herauszuschlagen“, sagte Anna Belik, die vom Leipziger Modell sichtlich angetan war. Und Moderatorin Prof. Ingrid Lübke forderte den Investor auf, die Fabrik endlich richtig abzusichern. Rossing kündigte an, er werde bald ein Konzept für eine „marktkonforme Nutzung“ vorstellen. Wie die aussehen soll, sagte er nicht. (pdi) 

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