Totschlagsprozess gegen 70-Jährigen aus Bettenhausen: Landgericht sucht Nachbarn

Zeugen bleiben verschwunden

Kassel. Die zwei Zeugen bleiben weiter verschollen. Ihr ehemaliger Nachbar in einem Haus in Bettenhausen sitzt auf der Anklagebank des Kasseler Landgerichts. Dem 70-Jährigen wird vorgeworfen, einen 55-jährigen weiteren Nachbarn erstochen zu haben. Ein Aschenbecher mit Hundemotiv soll eine wichtige Rolle in dem Fall spielen.

Die Zeugen haben der Polizei berichtet, was sie an jenem Märzabend trotz geschlossener Wohnungstür gehört hätten – und wie der 55-Jährige in einer Blutlache lag, als der Ältere öffnete. Doch keinen von beiden kann das Gericht selbst noch einmal dazu befragen.

Der eine Mann hat sich kurz nach dem Tattag nach Baden-Württemberg abgemeldet. Dem Vermieter habe nicht gefallen, was er der Presse erzählt habe, hat ein weiterer Hausbewohner ausgesagt. Richter Volker Mütze berichtet von weiteren Recherchen nach dem Zeugen: Er sei weiter nach Bayern gezogen - und dann „über Nacht verschwunden“.

Bei dem zweiten sieht es nicht besser aus. Nicht nur das Gericht, auch die Staatsanwaltschaft sucht ihn, weil er eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen soll. Sein Kasseler Wohnsitz ist ab- und ein neuer nicht angemeldet. In einer Klinik, in der Ex-Nachbarn ihn wähnen, weiß man nichts von ihm.

So werden die Protokolle der Polizeivernehmungen verlesen. Der im Süden verschollene Zeuge sagt dort, der 70-Jährige habe an jenem Abend ein Brotmesser neben seinem Sessel zurechtgelegt. Er habe erklärt, das mache er abends immer, falls er sich verteidigen müsse.

Der 70-Jährige hat erklären lassen, er könne sich nicht erinnern, was an jenem Abend geschah. Im Gespräch mit der psychiatrischen Gutachterin scheint er aber davon ausgegangen zu sein, dass er zugestochen hat. Wahrscheinlich habe der andere ihn beleidigt, gibt die Ärztin seine Angaben wieder.

Von Katja Schmidt

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