Die Werner-Hilpert-Straße leidet unter hohem Leerstand - Stadt will Entwicklung nun voranbringen

Werner-Hilpert-Straße: Weg vom Schmuddel-Image

Hoher Leerstand und Vandalismus: Die Werner-Hilpert-Straße hat mit Problemen zu kämpfen. Doch es gibt auch positive Signale. Das Gebäude im Foto mit den gesprungenen Scheiben soll saniert werden. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Striptease-Club, Leihhaus, Fahrschule, Reisebüro, Haushaltswaren, Imbiss-Stuben - und viele leere Läden. Die Werner-Hilpert-Straße ist schwer angeschlagen. Die Stadt will die Entwicklung nun voranbringen.

Heruntergekommene Geschäftshäuser und schmuddelige Eingänge wechseln sich mit ordentlichen Fassaden ab. „Schmuddelecken gibt’s genug“, sagt Dirk Vogel, Inhaber des Kostümverleihs Ziege & Harjes. Das Kasseler Traditionsunternehmen, das sich dank vieler Stammkunden behauptet, ist seit 62 Jahren vor Ort. „Leider Gottes haben wir hier nicht mehr das beste Publikum“, sagt der 42-Jährige mit Blick auf die Alkohol- und Drogenszene rund um den nahegelegenen Lutherplatz.

Der Firmenchef hofft, dass sich das Schmuddel-Image mit der Sanierung des Hotels Reiss am Kulturbahnhof und des Gebäudeskomplexes an der Werner-Hilpert-Straße 10 bis 14 ändert. Das seit vielen Jahren leerstehende und heruntergekommene Geschäftshaus soll wieder flott gemacht werden. Ein Fitness-Studio will dort einziehen. Auf drei Ebenen soll es jeweils spezielle Angebote für Frauen, für Männer und für beide Geschlechter geben.

Im hinteren Teil des Komplexes soll ein Apartmentblock für Studenten entstehen. Die neue Eigentümergemeinschaft um den Kasseler Unternehmer Alin Aydin will nach eigenen Angabenzwei bis drei Millionen Euro investieren. Im März sollen die Arbeiten beendet sein.

„Das wird der ganzen Gegend zugute kommen“, sagt Vogel. Tilman Boller, der vor drei Jahren mit seinem Antiquariat an die Werner-Hilpert-Straße gezogen ist, hofft das ebenfalls. „Besser, als dass gar nichts passiert“, sagt er. Boller verweist auch auf die Kulturmeile, die sich zwischen Kulturbahnhof und Schiller-Viertel entwickeln soll. „Offensichtlich bewegt sich was“, sagt er. Und hofft, dass die documenta für ihre Ausstellungen auch wieder den Kulturbahnhof nutzt. Das würde den Geschäftsleuten in der Straße zugute kommen. Ortsvorsteher Patrick Hartmann setzt auf ein neues Image - weg vom Schmuddelkind, hin zu einem Viertel der Kreativwirtschaft. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Noch ärgern sich die Geschäftsleute am Wochenende über leere Flaschen, die von Kneipenbesuchern achtlos zurückgelassen wurden

Die auf Computerzubehör spezialisierte Firma Trebing, die ein Großteil ihres Geschäfts über eine Hotline macht, ist seit neun Jahren vor Ort. In dieser Zeit hat Mitinhaber Reinhard Schuster viele Geschäfte in der Nachbarschaft kommen und gehen gesehen. Irgendwann zogen die meisten weg. „Seitdem steht die halbe Straße leer“, sagt der Computerfachmann. Dass die Stadt es seit vielen Jahren hinnehme, dass eine zum alten Hauptbahnhof führende Straße derart verkomme, könne er nicht verstehen. (els)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.