Zirkus Flic Flac gastiert vom 20. Dezember 2018 bis 13. Januar 2019 in Kassel

Zirkus Flic Flac: „Bei Tiernummern bleiben wir unserem Prinzip treu“

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Akrobatik der Weltklasse: Das verspricht der Zirkus Flic Flac auch bei seinem nächsten Gastspiel in Kassel.

Kassel. Eine umstrittene Tiernummer  sowie ein enttäuschendes Programm - der Zirkus Flic Flac erntete in Kassel zuletzt viel Kritik. Das nächste Gastspiel soll dagegen ein ganz Besonderes werden.

Der Zirkus Flic Flac gastiert mit seinem Festival der Artisten in diesem Jahr zum zehnten Mal in Kassel, vom 20. Dezember, bis 13. Januar 2019. Zu diesem runden Geburtstag kündigt der Zirkus ein besonderes Programm an: Nur Preisträger der vergangenen Festivals sollen auf dem Friedrichsplatz ihr Können zeigen.

Beim letzten Flic Flac-Festival in Kassel hatte es erstmals Kritik am Programm gegeben. Wie Flic Flac das nordhessische Publikum zum 10. Festival der Artisten begeistern will, darüber sprachen wir mit Martin Krockauer vom Management.

Herr Krockauer, das neunte Festival der Artisten hat viele Kasseler Zuschauer enttäuscht. Sie bekamen nicht den Nervenkitzel und die außergewöhnlichen Darbietungen geboten, die sie von Flic Flac bislang gewohnt waren. Sind Ihnen letztes Jahr die Künstler ausgegangen?

Martin Krockauer:Nein. Allerdings muss man über zwei Jahre planen, um Artisten für eine Weihnachtsshow zu bekommen. Beim letzten Mal war der Wurm drin. Wir mussten die Pferdenummer, über die wir auch intern diskutiert haben, wegen der massiven Kritik kurzfristig noch absagen und Ersatz organisieren. Bei der Zusammensetzung des Programms haben wir dann die ideale Mischung nicht mehr hinbekommen. Bis auf eine Trapeznummer fand die gesamte Vorstellung unten in der Manege statt. Hinzu kamen zwei langatmige Dialogphasen.

Wie haben Sie die Kritik an der Premiere empfunden?

Krockauer:Es hat wehgetan. Aber ich war der Erste, der gesagt hat, dass wir jetzt nicht trotzig reagieren dürfen. Wir haben ja bei der Premiere auch Sachen bemerkt, die uns gestört haben. Und darauf haben wir reagiert.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Krockauer:Mit den Schleuderbrett-Akrobaten der Troupe Popov sind wir ins C&A gegangen und haben denen neue Anzüge gekauft. Zudem haben wir der Nummer eine neue Musik verpasst. Zum Schluss waren die Akrobaten sehr glücklich, dass wir ihre Show umgestaltet haben. Sie haben schließlich das Festival gewonnen. Es wird uns nicht noch einmal passieren, dass die Artisten, solange bei uns ohne Kostüme trainieren.

Das Gewinnen ist den Teilnehmern des Festivals aber schon sehr wichtig?

Krockauer: Ja, die Artisten sind verdammt ehrgeizig und wollen diesen Preis.

Hat sich die Kritik an der Show aus dem Vorjahr auf den Vorverkauf ausgewirkt?

Krockauer:Gott sei Dank nicht. Wir haben ja auch sehr viel positive Resonanz bekommen. Auch von Besuchern, die das erste Mal bei uns waren. Und das Kasseler Stammpublikum hat sehr viel Vertrauen in uns.

Das soll in diesem Jahr belohnt werden. Was will Flic Flac zum zehnten Geburtstag des Festivals auf dem Friedrichsplatz bieten?

Krockauer: Bei uns treten ausschließlich Preisträger der ersten acht Festivals auf. Das „Duo Vanegas“ aus Kolumbien, das das zweite Festival (2010/2011) mit seiner Todesradnummer gewonnen hat, ist zum Beispiel wieder dabei. Zudem sind die „Holy Warriors“, Reifenspringer aus China, sowie der Komiker Justin Case aus Australien mit seinen Fahrrädern zu sehen. An das „Duo Exxtreme“ aus Bulgarien, das 2016/2017 mit seiner spektakulären Show über und im Wasserbecken gewonnen hat, werden sich wohl viele erinnern. Ich glaube, wir toppen dieses Jahr alles.

Wer moderiert die Vorstellung?

Krockauer: Das macht Rebecca Simoneit-Barum, die vielen als Schauspielerin aus der ARD-"Lindenstraße" bekannt ist und aus einer großen Zirkusfamilie stammt. Ihr Mann ist bei uns als Backstage-Manager eingesetzt.

Sie moderiert: Rebecca Simoneit-Barum.

Auf Tiernummern werden Sie nach der kontroversen Debatte im vergangenen Jahr weiterhin verzichten?

Krockauer: Ja. Da bleiben wir unserem Prinzip jetzt treu. Tiernummern stehen nun mal im Widerspruch zur Flic-Flac-Gründungsidee.

Ist Kassel für Flic Flac ein besonderer Ort?

Krockauer:Kassel ist zwar nicht die größte Stadt Deutschlands, gehört aber immer zu unseren Heimspielplätzen. Mir kommt es auch so vor, dass das Kasseler Publikum sehr ehrlich ist. Dies ist auch der Grund dafür, dass das Festival der Artisten ausschließlich in Kassel stattfindet.

Der Vorverkauf für das Festival hat bereits begonnen. Auch diesmal können Abonnenten der HNA beim Kartenkauf Geld sparen. Abo-Bonus-Card-Inhaber erhalten für alle Vorstellungen vom 20. bis 24. Dezember einen Rabatt von 20 Prozent. Karten für diese vergünstigten Vorstellungen sind ausschließlich über die HNA buchbar. Pro Abo-Bonus-Card können maximal vier Eintrittskarten gekauft werden, solange der Vorrat reicht. Karten kosten zwischen 21 und 56 Euro.

Hier lesen Sie ein Porträt des Flic-Flac-Publikumslieblings Geraldine Philadelphia. 

Zur Person

Martin Krockauer (57) hat Fotograf gelernt und war Werbe- und Marketingleiter bei der Firma Birkenstock, bevor er sich selbstständig machte. 1991 wurde er von Flic Flac zu einer Veranstaltung eingeladen. Die Chemie stimmte, Krockauer ging zu dem Zirkus und wurde dort Manager. Krockauer lebt in Bonn, ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder.

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