Kasseler Projekt Buntmaus erhält keine staatliche Förderung für seine erfolgreiche integrative Arbeit

Zirkus-Kinder haben Sorgen

Integrativ: Bernhard Strotmann (hinten, von links), Professor Otto Ernst Krasney, Helga Wurbs und Dr. Gabriele Oefner im Kreis der Kinder des Zirkus’ Buntmaus. Foto: Konrad

KAssel. Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenzuführen - das ist das Ziel des Kasseler Zirkus’ Buntmaus. Diese sogenannte inklusive Arbeit gelingt dem Zirkus bereits seit vielen Jahren. Träger ist der Verein Zirkutopia.

Aber „Buntmaus“ wie auch der Trägerverein haben von Jahr zu Jahr mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. „Wir erhalten keine Regelfinanzierung und müssen jedes Jahr erneut um Geld betteln“, sagt Dr. Gabriele Oefner, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit / Allgemeine Prävention im Gesundheitsamt Region Kassel und Vorstandsmitglied bei Zirkutopia.

„Buntmaus“, der 1992 gegründet wurde, ist fester Bestandteil der Arbeit von Zirkutopia. Etwa 40 Kinder und Jugendliche können dort Jonglieren, Akrobatik, Kugellaufen und vieles mehr trainieren. Die Artisten gehen mit einem Zirkuszelt auf Tournee, präsentieren ihr Programm in Einrichtungen, Schulen und auf Straßenfesten. Zu den Projekten von Zirkutopia gehört seit 15 Jahren auch ein integratives Bildungs- und Freizeitangebot in Kooperation mit der Carl-Schomburg-Schule. Für dieses Projekt im Stadtteil Wesertor und den Zirkus Buntmaus stehen jeweils eine halbe hauptamtliche Sozialpädagogen-Stelle zur Verfügung. Hinzu kommen jährlich etwa 120 ehrenamtlich Helfer, vor allem Eltern und Studierende. Gerade bei den Personalkosten wünscht sich Oefner mehr Unterstüzung. „Viele Behinderte benötigen Einzelbetreuungen“, sagt sie. Um die 40 Kinder im Sommercamp in diesem Jahr zu betreuen, waren 60 ehrenamtliche Helfer nötig. In dem Camp trainieren die Kinder fünf Tage für ein gemeinsames Zirkusprogramm.

Das Sommercamp hat die Trube-Stiftung in diesem Jahr mit 4000 Euro mitfinanziert. Helga Wurbs, Bernhard Strotmann und Professor Otto Ernst Krasney vom Vorstand der Stiftung waren jetzt zu Gast bei einer Sondervorführung des Zirkus’ Buntmaus, mit der sich die Kinder für die Unterstützung bedankten. „Das Geld ist wirklich gut angelegt“, sagte Strotmann. Wurbs sprach sich am Rande der Vorführung für ein stärkere staatliche Förderung des Projekts aus, etwa bei Verwaltungskosten und Beiträgen für Versicherungen oder die Berufsgenossenschaft.

Zirkus Buntmaus wird gefördert von der Stiftung für allgemeine Wohlfahrtszwecke, die Lenoirsche Stiftung, vom Gesundheitsamt Region Kassel, dem Jugendamt der Stadt Kassel, dem Verein Wandern für Kinder und Star Care. (mkx) Hintergrund

Stichwort

Von Mirko Konrad

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