21-Jährige will Physik studieren

Anna Akkal regiert dieses Jahr den Zissel

Hat Humor, ist lebensfroh und für alles offen: Anna Akkal, die Zisselkönigin 2015, freut sich auf einen aufregenden Zissel rund um den Auedamm. Schon seit Kindheitstagen ist sie beim nordhessischen Volksfest mit von der Partie. Foto: Dittrich

Kassel. Wollte man die amtierende Zisselkönigin Anna Akkal in drei Worten beschreiben, fielen einem spontan die Adjektive fröhlich, herzlich und sympathisch ein.

Die 21-Jährige sprüht vor Lebensfreude und ist dabei sehr unterhaltsam. Von sich selbst sagt sie, sie sei lebensbejahend und offen, aber auch „ein bisschen verrückt“.

Lexikonwissen:

Der Zissel im Regiowiki

So war sie aber nicht immer. Geboren wurde Anna Akkal, Tochter eines türkischen Vaters, 1994 in Kassel. Lange Zeit habe sie kein sonderlich großes Selbstbewusstsein gehabt, erzählt die Zisselkönigin und wird ernst dabei. Grund dafür waren die zu vielen Kilos, wegen derer sie sich lieber zu Hause verkroch. Doch mit dem Schwinden der Kilos verschwand auch ihre Zurückhaltung. Mittlerweile genießt die junge Frau, die vor wenigen Wochen ihr Abitur (Deutsch und Gesundheit als LK) an der Elisabeth-Knipping-Schule gemacht hat, ihr Leben in vollen Zügen. Immer mit dem Bedürfnis, mal was Neues auszuprobieren.

Wenn die 21-Jährige nicht gerade als Zisselkönigin unterwegs ist, liest sie gerne Bücher über Physik. Dieses Fach hat es ihr so sehr angetan, dass sie es im nächsten Jahr studieren möchte. Mit der Hoffnung, anschließend in der Forschung Fuß zu fassen.

Zuerst steht aber ihre Regentschaft auf dem Plan. Hätte sie als Zisselkönigin wirklich Macht, würde sie in Kassel gerne etwas verändern. Und zwar in den Kasseler Brennpunkten. Als Mitglied einer katholischen Kirchengemeinde hat sie öfters mitbekommen, wie schwer es sich dort, besonders für Kinder, leben lässt.

„Auch wenn Kassel eine tolle Stadt ist, so viel an Kultur und Kunst zu bieten hat, dürfen wir die Augen vor der Armut, die es auch hier gibt, nicht verschließen“, sagt Anna Akkal. Besonders in Schulbildung sollte noch mehr investiert werden. „Damit jeder die gleichen Chancen hat.“ Und natürlich wünsche sie sich Weltfrieden, so wie es sich für eine waschechte Königin gehöre, sagt die 21-Jährige und lacht. Aber das liege wohl nicht in ihrer Macht.

Doch Anna Akkal hat auch eine nachdenkliche und ruhige Seite: Einer ihrer liebsten Rückzugsorte ist das kleine Museum in der Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe. Als „Kulturtante“, wie sie sich selbst nennt, liebt sie es, durch die Ausstellungen zu schlendern und die Historie in sich aufzusaugen.

Dass sie tatsächlich Zisselkönigin geworden ist, kann Anna Akkal nach wie vor nicht glauben. Beworben habe sie sich für das Amt, da es ihr wichtig ist, Traditionen zu pflegen – und da gehöre auf jeden Fall der Zissel dazu. Schon als Kind sei sie in Kontakt mit dem Volksfest gekommen: Ihr Stiefvater spielt seit Jahren in der Drum & Brass Band.

Was sie sich vom diesjährigen Zissel wünscht? „Es soll ein Fest werden, das alle Menschen miteinander verbindet und jedem Spaß macht.“ Denn Freude am Leben, das habe sie in den vergangenen Jahren gelernt, sei das Wichtigste.

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