Vergnügungspark wird künftig vom Vorstand organisiert

Neue Meile für den Zissel - Kein Platz für Billiganbieter

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Soll attraktiver werden: Bei der Auswahl der Anbieter auf der Zisselmeile entlang des Auedamms soll mehr auf Qualität geachtet werden.

Kassel. Der Zissel, Nordhessens größtes Volksfest am Wasser, geht neue Wege. Der Vergnügungspark an der Karlswiese und die Zisselmeile werden jetzt direkt vom Vereinsvorstand organisiert.

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Dort zuständig für die Koordination mit den Schaustellern und dem Aufbau der Fahr- und Gastronomie-Geschäfte ist Daniel Geibel. Der 38-Jährige betreut für Kassel Marketing auch die Weihnachtsmärkte auf dem Friedrichs- und Königsplatz. Gestern stellte er die neuen Pläne vor.

Daniel Geibel

„Wir hatten die Befürchtung, dass das Niveau kippen könnte“, führte Geibel als Grund für die Veränderungen an. Es habe auf der Meile zu viele Billiganbieter und im Bereich der Fahrgeschäfte immer das gleiche Programm gegeben. Deshalb wurden für dieses Jahr alle Standplätze neu ausgeschrieben. Die Anzeigen in Schausteller-Magazinen führten zu dem Erfolg, so Geibel, „dass wir den Zissel jetzt drei Mal bestücken könnten“.

Aber genau das Gegenteil soll der Fall sein. Man wolle stattdessen jedes Jahr neue Attraktionen anbieten und die Zisselmeile verkleinern, die künftig in Höhe der Tennisplätze des CSK 98 endet. „Telefonanbieter und Händler mit Shirts aus Fernost haben dort nichts zu suchen“, sagt Geibel, der selbst aus einer alten Schaustellerfamilie stammt.

Nostalgie an der Orangerie

In Höhe der Orangerie soll es neben dem Riesenrad künftig nostalgisch zugehen, mit einem alten Wellenflieger-Karussell und traditionell rot-weiß geschmückten Kirmesbuden. Im Wäldchen neben der Hessenkampfbahn ist ein Weindorf geplant. Wichtig ist Geibel auch, dass sich entlang der verkürzten Meile keine Lücken mehr auftun.

Zissel: Wasserfestzug auf der Fulda

Und noch einen Vorteil soll das Zisselpublikum genießen: „Als gemeinnütziger Verein müssen wir mit der Vermietung der Standflächen keinen Riesengewinn einfahren“, sagt Geibel. Die niedrigeren Mietpreise sollen die Standbetreiber an das Publikum weitergeben.

Bisher wurden Vergnügungspark und Meile von der Agentur MM-Konzerte betreut. MM-Geschäftsführer Christian Schaeling bestätigte auf Anfrage, dass man im vergangenen Jahr nur noch einen Einjahres-Übergangsvertrag gehabt habe. „Als wir für 2011 nachgefragt haben, wurde uns mitgeteilt, dass der Vorstand entschieden habe, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.“

Weitere Informationen über den Zissel finden Sie unter regiowiki.hna.de/Zissel

Von Wilhelm Ditzel

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