Schließung der Schleuse hat Auswirkungen für die Vereine

Wasserfestzug beim Zissel: Diesmal wird einiges anders sein

Kassel. Die Schließung der Kasseler Stadtschleuse wird Auswirkungen auf den diesjährigen Wasserfestzug des Zissel am 6. August haben. 

Die Vorbereitungen auf den Zissel sind in vielen wassersporttreibenden Vereinen längst angelaufen. Doch diesmal, darüber sind sich alle im Klaren, wird einiges anders sein. Denn die Schleuse bleibt bis zur geplanten Sanierung geschlossen. Und das wird auch Auswirkungen auf den Wasserfestzug haben. Denn viele große Boote, die unterhalb der Schleuse beispielsweise im Hafen liegen, werden am Umzug auf dem Wasser nicht teilnehmen können.

Trotzdem ist Jens Perlwitz vom Zissel-Vorstand zuversichtlich, dass die Zehntausende von Zissel-Besuchern am Fuldaufer auch in diesem Jahr einen attraktiven Wasserumzug zu sehen bekommen.

„Bei der kürzlichen Sitzung der wassersporttreibenden Vereine haben wir ein gutes Feedback bekommen“, sagt Perlwitz. Viele der bisherigen Teilnehmer hätten bereits zugesagt, Absagen habe es indes noch keine gegeben. Allerdings sei bislang noch nicht abzusehen, wie viele Motivboote letztlich teilnehmen werden. Dies meldeten die Vereine in der Regel ungefähr drei Wochen vorher. Bis zu 100 Boote nahmen bisher an den Festzügen teil.

Klar ist jedoch, dass größere, mit dem Kran eingesetzte Boote aus dem Hafen, aus Niestetal oder auch Hann. Münden diesmal nicht ins Oberwasser schleusen können. Für Boote, die man noch mit dem Anhänger über eine Rampe ins Wasser lassen kann, werde man eine zusätzliche Slipmöglichkeit bei der Feuerwehr an der Giesenallee anbieten. „Wir wünschen uns, dass die Zahl der muskelbetriebenen Boote in diesem Jahr höher sein wird“, appelliert Perlwitz an die Kasseler Kanuten und Ruderer, die so entstehenden Lücken im Umzug zu füllen.

Schließlich seien sich alle einig, dass man ein Zeichen setzen wolle. Die Stadt setze sich sehr dafür ein, dass die Schleuse erhalten bleibt, die Vereine wollten weiterhin ihren Teil dazu beitragen. „Ohne die Schleuse würde ein Teil des Wassersports der Stadt Kassel sterben“, unterstreicht Jens Perlwitz, der zudem Vizepräsident des Deutschen Kanuverbandes ist.

Und auch Zisselpräsidentin Janine Herr hatte betont: „Die Fulda ist unsere Lebensader, für den Zissel, aber auch für die Stadt.“

Seit 1926 findet am letzten Juli- beziehungsweise ersten Augustwochenende Kassels größtes Volksfest, der Zissel, statt, in diesem Jahr vom 4. bis 7. August. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Fulda. Der Zissel ist immer ein Volksfest am Wasser gewesen. Die Tradition geht bis ins Mittelalter zurück. Sowohl die Landgrafen als auch die Fischer veranstalteten Wasserfeste mit geschmückten Booten. Der erste Nachkriegszissel fand 1949 statt. (tos)

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