Schausteller beantragen Sommerkirmes

Zissel fällt erneut ins Wasser - Nordhessisches Volksfest wieder abgesagt

Sie setzen auf den Zissel im kommenden Jahr: (von links) Zisselprinzessin Chantal Pelzel, Zisselkönigin Katharina Joldzic, Zisselpräsidentin Christina Hackenberg und Fullenixe Nina Fleischhut.
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Sie setzen auf den Zissel im kommenden Jahr: (von links) Zisselprinzessin Chantal Pelzel, Zisselkönigin Katharina Joldzic, Zisselpräsidentin Christina Hackenberg und Fullenixe Nina Fleischhut.

Auch in diesem Jahr fällt der Zissel, das größte Volksfest in Nordhessen, wegen Corona wieder aus. Dafür soll eine Sommerkirmes auf der Schwanenwiese stattfinden.

Kassel – Aller guten Dinge sind drei. Dieses Sprichwort trifft zumindest für die Hoheiten des Zissels zu. Im dritten Jahr in Folge werden nämlich Zisselkönigin Katharina Joldzic, Zisselprinzessin Chantal Pelzel und Fullenixe Nina Fleischhut Nordhessens größtes Volksfest repräsentieren. Das liegt daran, dass der Zissel auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden muss.

Darauf haben sich der Vorstand des Vereins Zissel in Kassel im Einvernehmen mit Kassel Marketing und der Stadt Kassel geeinigt. Trotz des Voranschreitens der Impfkampagne und sinkenden Corona-Infektionszahlen sei die Durchführung des Zissels Anfang August in seiner ursprünglichen Form nicht vorstellbar.

„Das noch bestehende Risiko durch das Coronavirus ist für keinen Veranstalter von Großveranstaltungen in dieser Dimension tragbar“, sagt Ilka Perlwitz, Vizepräsidentin und Sprecherin des Zissels. Die Sicherheit der Bevölkerung stehe an erster Stelle. Ein Hygienekonzept für eine Zissel-Meile am Auedamm wäre kaum umzusetzen. „Um ein Volksfest unbeschwert feiern zu können, müsste die Bevölkerung auch angstfrei und sicher hingehen können“, so die Zissel-Vizepräsidentin.

Den Zissel in einer sehr viel kleineren Variante zu feiern oder zu verschieben, habe man diskutiert und lange durchdacht. „Jede Variante würde aber dem traditionellen Grundgedanken des Festes nicht gerecht werden“, so Perlwitz.

„Dass wir einmal zwei Jahre in Folge keinen Zissel in Kassel haben, hätten wir uns nie vorstellen können“, sagt Oberbürgermeister Christian Geselle. Schließlich sei der Zissel Teil der Kasseler Identität und auch Lebensqualität. „Aber in Zeiten einer Pandemie ist eine Großveranstaltung mit täglich mehreren tausenden von Besucherinnen und Besuchern aus nah und fern nicht durchführbar - hier haben die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung oberste Priorität“, so der Oberbürgermeister.

Die Hoffnung ruhe nun auf dem kommenden Jahr, um dann den Zissel im documenta-Sommer in gewohnter Form mit vielen Menschen an der Fulle feiern zu können, so Perlwitz. „Wir sind sehr motiviert.“ Der Zissel soll im Jahr 2022 vom 29. Juli bis 1. August stattfinden.

Traditionell haben die Wassersportvereine sich auch in diesem Jahr für ein Motto entschieden. Passend zur Coronalage lautet es: „Zum Teufel mit der Pandemie, den Zissel aufgeben werden wir nie!“ Königin, Prinzessin und Fullenixe hoffen, dass sie gemeinsam mit dem Zisselvorstand in der zweiten Jahreshälfte wieder größere Veranstaltungen besuchen können, um den Zissel zu repräsentieren.

Durch die lange Amtszeit des Dreigestirns gibt es auch ein Novum: Erstmals in der Geschichte des Zissels hat die Königin geheiratet. Aus Katharina Pahl wurde im September 2020 Katharina Joldzic. Ob der Mann der Zisselkönigin nun automatisch Zisselkönig wird, ist nicht bekannt.

Auch wenn der Zissel ausfällt, so können die Schausteller doch wieder hoffen. Sie planen eine Sommerkirmes auf der Kasseler Schwanenwiese, die vom 30 Juni bis 1. August stattfinden soll. Die Kirmes habe man bei der Stadt Kassel bereits beantragt, sagt Konrad Ruppert, Vorsitzender des Schaustellerverbands. Er ist zuversichtlich, dass diese auch genehmigt wird. An der Kirmes wollen sich um die 50 Betriebe beteiligen, so Ruppert. (use)

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