Aus für große Karussells – Aue und Bergpark werden untersucht

Bomben-Verdacht: Kein Zissel auf der Karlswiese

Kassel. Beim Zissel wird es in diesem Jahr keine großen Fahrgeschäfte auf der Karlswiese geben. Der Grund: Auch in der Aue schlummern möglicherweise Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Untergrund.

Bei einer Untersuchung durch den Kampfmittelräumdienst, die die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) in Auftrag gegeben hatte, wurden verdächtige Stellen gefunden, unter denen sich Blindgänger befinden könnten.

Damit ist nach der Wehlheider Kirmes auf dem Stockplatz das zweite Kasseler Volksfest betroffen. Die Folgen für den Zissel sind dramatisch: Große Fahrgeschäfte, wie sie bislang am Rande der Karlswiese die Zisselbesucher anlockten, dürfen dieses Jahr nicht aufgestellt werden, teilte Angelika Hüppe von Kassel Marketing gestern mit. Betroffen sind 17 große Fahrgeschäfte, die es nun nicht mehr geben wird. Kleinere Karussells sollen in die Zisselmeile am Auedamm integriert werden. Die Fahrgeschäfte etwa auf der Regattawiese oder nahe der Orangerie aufzustellen, sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Nicht nur der Bereich vor der Orangerie wird von den möglichen Bomben im Erdreich betroffen sein. Wie Dr. Micha Röhring von MHK erklärte, werden nun sowohl die Karlsaue als auch der Bergpark flächendeckend untersucht. Dabei lässt Röhring keinen Zweifel daran, dass man dem Problem gründlich auf den Grund gehen wird: „Wo wir etwas wirklich Verdächtiges finden, werden wir aufbuddeln.“

Artikel wurde aktualisiert um 18.35 Uhr

Laut Röhring bräuchten Spaziergänger und Radfahrer keine Angst zu haben. „Wir können auch weiter mähen“, sagt er. Problematisch seien großer Druck oder Vibrationen, die große Fahrgeschäfte verursachen würden.

Im Rückblick auf Veranstaltungen wie das HNA-Open-Air mit 30.000 Besuchern und seiner großen Bühne, Bauten zur documenta und den Betrieb der Zissel-Fahrgeschäfte in der Vergangenheit sagt Röhring: „Da haben wir einfach Glück gehabt, dass nichts passiert ist.“

Von Frank Thonicke

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