Zugang zum Mega-Markt

Fragen und Antworten: SMA-Engagement in China

Vertragsabschluss: Pierre-Pascal Urbon (rechts) mit dem Zeversolar-Management.

Kassel/Niestetal. Der Solartechnikhersteller SMA hat sich in China eingekauft. Die Nordhessen übernehmen 72,5 Prozent an der Firma Jiangsu Zeversolar New Energy. Das Unternehmen, das wie SMA Wechselrichter herstellt, gehört in China zu den führenden Herstellern der Branche.

Fragen und Antworten:

Wann soll die Zusammenarbeit zwischen SMA und den Chinesen starten?

Die Zusammenarbeit soll laut SMA bereits am 1. Januar des kommenden Jahres beginnen.

Welche Vorteile ergeben sich für SMA aus der Transaktion?

Die Nordhessen bekommen Zugang zum wichtigsten und größten Wachstumsmarkt der kommenden Jahre und erhoffen sich langfristig den Gewinn von Marktanteilen. Außerdem kann der chinesische Markt durch die lokale Produktion schnell bedient werden.

Warum hat sich SMA ausgerechnet für Zeversolar entschieden?

Das Unternehmen verfügt über Produkte, die auf die chinesischen Marktanforderungen zugeschnitten sind, und hat einen eigenen Forschungs- und Entwicklungsbereich, der gemeinsam mit den SMA-Entwicklern für noch bessere Produkte der beiden Unternehmen sorgen kann.

Wird es trotz China auch mit der Produktion in Nordhessen weitergehen?

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SMA will mit der Produktion in China künftig Marktsegmente bedienen, die bereits an den chinesischen Wettbewerb verloren wurden. Der Standort in Deutschland soll sich mittelfristig auf das Europageschäft konzentrieren. SMA sieht sich durch eine hohe Produktivität wettbewerbsfähig, will den Standort sichern und fühlt sich der Region Nordhessen eng verbunden.

Werden weitere Arbeitsplätze bei SMA in Deutschland abgebaut?

Die Personalplanung hängt laut SMA von der Marktentwicklung ab. Es ist derzeit nicht geplant, über den bereits angekündigten Stellenabbau hinaus weitere Mitarbeiter zu entlassen.

Wie geht es künftig am Sandershäuser Berg weiter, wird noch erweitert?

SMA hat bereits Mitte Oktober angekündigt, dass der Hauptstandort vorerst nicht erweitert wird. Durch die bisherigen Investitionen reichen die aktuellen Kapazitäten aus. Zwar bietet das neue Gewerbegebiet am Sandershäuser Berg Erweiterungsmöglichkeiten, aber Neubauten sind derzeit nicht vorgesehen. (ach)

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Interview: SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon zum Engagement in Fernost

SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon

Warum sich SMA ab nächstem Jahr in China engagiert und welche Konsequenzen das für die Standorte in Kassel und Niestetal hat, darüber sprachen wir mit SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Warum hat SMA den Schritt nach China gewagt?

Pierre-Pascal Urbon: SMA kann es sich nicht leisten, bei dem zu erwartenden enormen Wachstumspotenzial nicht in China vertreten zu sein. Wir können den chinesischen Markt nicht von Nordhessen aus bedienen. Man braucht lokale Strukturen - und die müssen auch von den Kunden als lokal erkannt werden. Wir werden zudem Kosteneinsparungen durch neue Beschaffungswege erzielen und haben auch vor, bereits verlorene Marktanteile wieder zurückzuerobern.

Hat das SMA-Engagement in China Konsequenzen für den Standort in Niestetal beziehungsweise Kassel?

Urbon: Wir haben immer gesagt, dass wir dann eine Produktion im Ausland aufbauen werden, wenn dies von den Märkten gefordert wird. Unser China-Engagement wird keine negativen Auswirkungen auf den hiesigen Standort haben. Im Gegenteil. Wir haben nun ganz andere, günstigere Einkaufsmöglichkeiten in China, das trägt wiederum zur Standortsicherung hier in Niestetal bei. Und unser Fokus liegt natürlich auch weiterhin darauf, mit intelligenten Produkten die Energiewende voranzutreiben. Da haben wir als Weltmarktführer das Know-how und den Innovationsvorsprung.

Wie sieht die betriebswirtschaftliche Bewertung von Zeversolar aus?

Urbon: Zeversolar verfügt über Produkte, die auf die chinesischen Marktanforderungen zugeschnitten sind, eine moderne Produktion sowie eine starke Marktposition in China. Das hat uns überzeugt, dass Zeversolar der passende Partner für uns ist. Es gibt Optimierungspotenzial, da werden wir uns auch schnell an die Arbeit machen. Wir können das auch, das haben wir bei unserer polnischen Beteiligung bewiesen. Das nächste Jahr wird noch im Zeichen der Restrukturierung stehen, ab 2014 erwarten wir von unserem chinesischen Unternehmen einen positiven Ergebnisbeitrag. (hos)

Zur Person:

Pierre-Pascal Urbon studierte Betriebswirtschaft und war bis 2005 bei der Beratungsgesellschaft Drueker & Co. Seit 2005 ist er beim Solartechnikhersteller SMA, wurde 2006 zum Vorstand bestellt und trieb zunächst die Internationalisierung des Unternehmens voran. 2009 übernahm der 41-jährige Betriebswirt das Finanzressort, seit dem Jahr 2011 ist der gebürtige Bielefelder Vorstandssprecher. Urbon ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit spielt er Golf. (jop)

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