Freier hatte Polizei Hinweis gegeben - Zuhälter in U-Haft

Razzia in Kasseler Bordell: 17-Jährige zu Prostitution gezwungen

Kassel. Ein Freier gab der Polizei einen Tipp, noch am selben Abend fand die Razzia mit einem Großaufgebot von Polizeibeamten in einem Bordell an der Kasseler Schützenstraße statt. Dabei wurde am späten Mittwoch ein mutmaßliches Zuhälterpärchen festgenommen.

Die beiden Personen stehen im Verdacht, eine erst 17-Jährige zur Prostitution gezwungen zu haben. Ein Mann hatte sich bei der Polizei gemeldet, nachdem er bei seinem Besuch in dem Bordell den Eindruck hatte, die junge Frau könne gegen ihren Willen als Prostituierte arbeiten. Er hatte daraufhin das Haus an der Schützenstraße verlassen und war zum Polizeirevier Mitte gefahren.

Wenig später saßen die beiden Tatverdächtigen in Polizeigewahrsam. Dem 35 Jahre alten Mann und seiner 31 Jahre alten Frau wird Zuhälterei und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung vorgeworfen, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Der 35-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Das hatte die Kasseler Staatsanwaltschaft beantragt, woraufhin der Haftrichter am Amtsgericht am Freitag den U-Haftbefehl erließ. Die 31-jährige Frau wurde zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die 17-jährige junge Ausländerin, die offenbar für das Paar in dem Bordell anschaffen musste, wurde laut Polizei nach ihrer Vernehmung in eine andere deutsche Stadt gebracht und wird dort von einer Organisation für Menschenhandelsopfer betreut. Der Zeuge hatte den Beamten berichtet, die 31-jährige Tatverdächtige habe in dem Bordell vorab Geld von ihm für mögliche Liebesdienste durch die junge Prostituierte verlangt. (rud/rpp)

Rubriklistenbild: © dpa

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