Zukunft von Hebammen stärken: Protest in Kassel mit 200 Geburtshelferinnen, Eltern und Kindern

Kassel. „Es gibt in Deutschland Frauen, die keine Hebamme finden, beispielsweise in Frankfurt.“ Das rief Andrea Strube aus Zierenberg am Montag bei einer Protestaktion der Hebammen auf dem Kasseler Opernplatz durchs Megaphon in die Menge.

Aus Anlass des internationalen Hebammentags prangerte die stellvertretende Landesvorsitzende des Hebammenverbands die zunehmend schlechten Arbeitsbedingungen von Hebammen und Geburtshelfern und den daraus resultierenden fortschreitenden Notstand an.

Die Politik habe einen kleinen Schritt getan, um die Arbeitsfähigkeit der Hebammen zu erhalten. Aber noch nichts – insbesondere die Zurücknahme der geschäftsbedrohenden Regressansprüche gegenüber freiberuflichen Hebammen – sei in trockenen Tüchern. Deshalb müsse man dran bleiben.

Dieser Meinung waren auch die 200 Hebammen, -schülerinnen und Eltern, die zur Demonstration gekommen waren. Viele beteiligten sich an der Aktion für die „längste Nabelschnur Deutschlands“: Aneinandergereiht wurden Zettel, auf denen sich Eltern bei ihren Hebammen bedankten: „Astrid Jost war an meiner Seite, ist meine Vertraute und half, um Torben auf die Welt zu bringen“, war auf einem der Hunderte mit Babyfotos geschmückten Briefe zu lesen.

Fast hundert Meter „Nabelschnur“ kam auf dieses Weise in Kassel zusammen. Sie soll Ende Juni im Bundesgesundheitsministerium in Berlin übergeben werden, um der Forderung „Wir wollen eine Zukunft mit Hebammen“ Gewicht zu verleihen. Unterstützer werden aufgefordert, sich auf der Internet-Plattform des Deutschen Hebammenverbands zu solidarisieren: www.meine-geburt-natuerlich-sicher.de

Von Christina Hein

Rubriklistenbild: © Fischer, Andreas

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