Schüler entwickeln im Schulprojekt „Träum deine Stadt“ ihr Kassel der Zukunft

Kassel wird so schön wie nie

Schulprojekt, Zukunft

Kassel. Strahlender Sonnenschein herrscht an diesem Sommertag im August 2030. Kein Wölkchen trübt den Himmel, ein lauer Wind macht das Radfahren durch Kassel zum puren Vergnügen. Das ist es ja ohnehin, spätestens seit dem Jubiläumsjahr 2013 mit all den Projekten zu Kassel 1100.

Denn seither hat sich viel getan in der Stadt, angefangen vom Ausbau des Radwegenetzes bis hin zum behutsamen Umbau der Innenstadt.

Wo sich vor knapp 20 Jahren noch Tausende von Autos durch die Stadt wälzten, erstrecken sich jetzt parkähnliche Grünflächen - die Hauptverkehrsstraße verläuft vom Weinberg bis zum Altmarkt unterirdisch. In den Parks und an den Seen treffen sich viele Familien. Die Kinder spielen dort, oder sie besuchen eines der Schwimmbäder im Stadtgebiet, die sie bequem erreichen können.

Vom Hauptbahnhof bis zur schönen Aussicht oberhalb der Karlsaue erstreckt sich eine attraktive Promenade. Dort wurden historische Gebäude wieder aufgebaut. Entlang der Treppenstraße ziehen attraktive Hausfassaden die Blicke auf sich. Auf jedem Hausdach schimmert eine Photovoltaik-Anlage in der Sonne.

Ein Traum? Schon, aber einer, der sich verwirklichen lässt. Das meinen zumindest die Schüler Kassels, die jetzt, im Jubiläumsjahr 2013, über die Zukunft ihrer Stadt nachdenken. Zum Jubiläumsprojekt der Stadt Kassel mit dem Titel „Kassel 2020 - 2030 – Träum deine Stadt“ haben sich mehr als 40 Schulen aus allen Schulformen angemeldet.

Ideen aus Sicht der Schüler

„Die Schüler sollen die Möglichkeit haben, Ideen aus ihrer Sicht als Kinder und Jugendliche zu entwickeln und zu präsentieren“, sagt Gabriele Steinbach, Projektpatin und Leiterin des Schulverwaltungsamtes.

Am Wilhelmsgymnasium beschäftigten sich die Schüler verschiedener Jahrgangsstufen im Rahmen einer Projektwoche mit der Entwicklung der Stadt. Urbanien nennt die Jahrgangsstufe fünf ihre Stadtmodelle. „Unsere Stadt wird sauberer sein als heute. An den Häusern wird es keine Graffiti und auf den Gehwegen keine klebrigen Kaugummis geben“, sagt die elfjährige Meike. Und: „Es müsste viel mehr Angebote für Kinder geben, besonders mehr Schwimmbäder. Die vielen Shopping-Möglichkeiten sind langweilig“, findet Amira.

Am Laptop plant eine Gruppe der Jahrgangsstufe elf ihre Vision der Stadt. Sie haben sich zur Vorbereitung Filme über Kassel aus der Vorkriegszeit angesehen. „Kassel war mal wunderschön“, sagt Miriam Henselmann. Vieles sei durch den Wiederaufbau erst richtig verschandelt worden. Man müsse überlegen, wie man attraktive Standorte betonen könne. Manche Gebäude aus der Nachkriegszeit könne man schöner gestalten, andere gehören schlicht abgerissen – zugunsten des Wiederaufbaus nach historischem Vorbild, meinen die Jugendlichen.

Einsatz alternativer Energien

Total Solar – wie die Energiewende in Kassel umgesetzt werden kann, ist das Thema einer Gruppe der Jahrgangsstufe sechs, die gemeinsam mit Physiklehrer Roland Jorek den Einsatz alternativer Energien in der Stadt prüft. Und was sich noch ändern muss, um aus den relativ guten Bedingungen ein Paradies für Fahrradfahrer zu machen, untersuchen Schüler der Jahrgangsstufe elf.

Aus den Projekten wählen die Schulen intern jene, die am Wettbewerb teilnehmen. Die Ergebnisse werden am 5. und 6. November in der documenta-Halle präsentiert. Am 8. November stimmt eine Jury über das beste Projekt ab. Das Gewinnerprojekt wird dann beim anschließenden Schülerfest bekannt gegeben, wo alle Schüler ihre Vision einer noch schöneren Stadt gemeinsam feiern.

Von Ilona Polk

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