Leifeld: „Erfolgsmodell noch stärken und ausbauen“

Zukunft der Museumsnacht: Kunst soll kein Rummel sein

Lockt viele Besucher an: Die Museumsnacht ist ein starker Magnet. Auch das Fridericianum am Friedrichsplatz zieht viele Kunstfreunde an. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Wird die Museumsnacht zum Event mit Stadtfest-Charakter, zum „Zissel fürs Bildungsbürgertum“? Die Debatte, die der aus Kassel stammende Autor Christian Saehrendt mit provokanten Thesen angestoßen hat, beschäftigt auch die Kasseler Stadtverordneten.

In seiner jüngsten Sitzung zog der Kulturausschuss Bilanz.

Die Museumsnacht habe „nichts vom Event oder Straßenfest“, sagte Dr. Gerold Eppler, stellvertretender Leiter des Museums für Sepulkralkultur. „Die Menschen fühlen sich wohl“, es gebe die Bereitschaft, sich auf Kultur einzulassen, die Atmosphäre und das niederschwellige Begleitprogramm sorgten dafür, dass die Besucher auch das Museum zu Tod und Trauer keinesfalls niedergeschlagen verlassen würden. Diese Akzeptanz mache sich langfristig bemerkbar: „Wir müssen immer seltener in Schulen, um uns vorzustellen.“ Anfänglich seien bei Elternabenden Bedenken gegen die Besuche von Schulklassen im Museum geäußert worden.

Auch Lena Pralle, Pressesprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel, berichtete von positiven Erfahrungen in den Häusern der MHK.

Die Museumsnacht sei „ein Erfolgsmodell, das wir noch stärken und ausbauen müssen“, sagte documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld. Keine andere deutsche Stadt dieser Größenordnung habe ein vergleichbares Kulturangebot, und das könne bundesweit noch viel stärker vermarktet werden, etwa für Kulturwochenenden von Kassel Tourist und dem Reiseveranstalter der Bahn. So, wie zur documenta die Kasseler ihre Gästebetten der „ganz entfernten Verwandtschaft“ anböten, sollten sie das voller Stolz zur Museumsnacht tun.

Die Ziele – unterschiedliche Besuchergruppen erschließen, in Kassel und überregional das Bewusstsein für die musealen Schätze schärfen – würden erreicht, sagte Henner Koch vom Kulturamt. Es herrsche in vielen Einrichtungen auch bei der Museumsnacht „hohe Konzentration“, sagte Koch, „mit Entdeckerlust“ machten sich die Besucher zu den immer mal wieder wechselnden Zielen auf. 2015 werde die Attraktivität mit dem neuen Stadtmuseum und dem sanierten Landesmuseum noch größer. In diesem Jahr wird die Museumsnacht am 6. September und damit erstmals in den Sommerferien stattfinden. Zurzeit, so Koch, werde über eine Kooperation mit dem Blauen Sonntag nachgedacht, der die Industriekultur in Nordhessen vorstellt.

Von Mark-Christian von Busse

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