Verkauf scheitert an fehlenden Interessenten

Zukunft ungewiss für 424 Seniorenwohnungen

Kassel. Kein Käufer in Sicht: Der Plan, die Seniorenwohnanlagen Kassel zunächst zur Hälfte an einen neuen Partner zu verkaufen, ist vorerst gescheitert. Das wird von der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) bestätigt.

Die GNH will sich von den beiden Seniorenzentren am Lindenberg im Stadtteil Forstfeld und in Fasanenhof mit 180 Pflegeplätzen, 424 betreuten Seniorenwohnungen und einem ambulanten Pflegedienst trennen, weil für die Seniorenwohnanlagen SWA Kassel GmbH künftig mit einem jährlichen Verlust von einer Millionen Euro gerechnet wird.

Ähnlich wie beim zweiten großen Verlustbringer, der Kreisklinik in Bad Karlshafen-Helmarshausen, wo die rote Zahl ebenfalls bei rund einer Million Euro jährlich liegt, gefährdet das die Zukunft des kommunalen Klinikkonzerns. Gerät der Konzern mit seinem Flaggschiff Klinikum Kassel in die Verlustzone, müssten die Krankenhäuser möglicherweise an einen privaten Klinikkonzern verkauft werden.

Zunächst wollte die GNH 49 Prozent der Seniorenwohnanlagen verkaufen und dem Partner die Geschäftsführung übertragen. Erst Anfang 2016 könnten die beiden Seniorenheime wegen des Zukunftssicherungsvertrages mit den Beschäftigten dann komplett verkauft werden.

Grund für die hohen Verluste in der Altenpflege: Die 120 SWA-Mitarbeiter werden deutlich besser bezahlt als ihre Kollegen in anderen Betrieben. Um 20 bis 25 Prozent liegen die Löhne und Gehälter über denen vergleichbarer Alteneinrichtungen.

In dem im Juni dieses Jahres gestarteten Markterkundungsverfahren für den SWA-Verkauf wurde kein strategischer Partner gefunden, sagt GNH-Sprecherin Gisa Stämm. Wie es jetzt weitergehen soll, stehe noch nicht fest. Das weitere Vorgehen werde nun im Aufsichtsrat und zwischen den GNH-Anteilseignern Stadt und Landkreis Kassel besprochen.

Von Jörg Steinbach

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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