Er kam schon als Oldie

Zum 50. ein Blick zurück: Als Boris Becker 2004 in Kassel spielte

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Anstehen für Autogramme: Boris Becker bei seinem Auftritt 2004 in Kassel

Kassel. Es gehört zum Schicksal eines Sportlers, dass er mit 36 Jahren schon an Veranstaltungen teilnimmt, die sich Tennisgala der Oldies nennt.

Ist jetzt auch schon wieder 14 Jahre her, diese Veranstaltung in der Kasseler Eissporthalle. Wie die Zeit vergeht. Heute wird Boris Becker schon 50, und es fragt sich, was passiert, wenn er noch einmal zum Schläger greifen und gegen einen seiner Generation spielen würde? Wäre das dann eine Tennisgala der Oldies-Oldies?

Ausgeschlossen ist das ja nicht, zumal Boris Becker nach der ersten und letzten Tennisgala der Oldies mit ihm am 24. April 2004 in Kassel sagte: „Ich komme gerne wieder hierher.“ Bis heute aber steht ein weiterer Besuch Beckers aus. Geschenkt.

Jannik Weingarten 2004

Becker hat es geschafft, bei einem einzigen Auftritt in Kassel die Menschen zu begeistern. 3000 kamen damals in die Eissporthalle, obwohl er zu diesem Zeitpunkt seine Karriere als Tennisprofi schon seit fünf Jahren beendet hatte; der Tennisspieler Becker aber interessierte die Leute noch immer. 7:5 und 6:3 besiegte der Leimener den vier Jahre älteren Franzosen Henri Leconte. Beide zeigten noch großen Sport, vor allem aber gaben sie sich in der Halle volksnah. Becker schrieb fleißig Autogramme, Leconte stand zudem noch für eine Trainingsstunde mit dem Nachwuchs bereit. Einziger Kritikpunkt: das etwas schwache Licht in der Eissporthalle.

Damals dabei: Jannik Weingarten, der heute in der Region als Fußballer des Hessenligisten FSC Lohfelden bekannt ist. Weingarten war damals elf; er weiß noch, dass es ein Ereignis war, vor Zuschauern und mit Leconte zu trainieren. Boris Becker begegnete ihm damals aber nicht auf dem Platz oder in den Katakomben. Ihn sah er dann nur von der Tribüne aus – aber immerhin.

Jannik Weingarten heute

Fernab der Eissporthalle war Becker in Kassel eher unnahbar. „Um 18 Uhr“, so heißt es in dem HNA-Bericht von damals, „fährt Becker im silbernen Mercedes vor der Halle vor, huscht die wenigen Meter zum Eingang. Ganz unspektakulär.“ Er war damals von Miami über Schwerin und Hamburg in die Stadt gekommen, angeblich besuchte er am Abend vor dem Schaukampf gegen Leconte noch eine Bar. Sie soll vorher von einer Agentur besichtigt worden sein.

Becker kam damals nicht allein nach Kassel. An seiner Seite war seine damalige Freundin Caroline Rocher. Das war nach Barbara und vor Lilly. Es gehört zu Beckers Leben, dass die breite Öffentlichkeit hier eher den Überblick verliert als bei seinen Wimbledonsiegen.

Lesen Sie hier einen Blick auf das Leben der deutschen Tennis-Legende mit Höhen und Tiefen. In unserem Sportressorts finden Sie einen Artikel darüber, was die Erfolge von Boris Becker für den Tennis-Sport in der Region bedeuten.

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