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Endlich wieder Kulturzelt: Darum freuen wir uns auf Kassels schönstes Festival

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Von: Kirsten Ammermüller, Matthias Lohr

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Einzigartiges Ambiente: Der Biergarten am Kulturzelt hat bereits seit voriger Woche geöffnet und lockt nicht nur Konzertbesucher an.
Einzigartiges Ambiente: Der Biergarten am Kulturzelt hat bereits seit voriger Woche geöffnet und lockt nicht nur Konzertbesucher an. © Stefan Schaetzky / nh

Am Samstag startet das Kasseler Kulturzelt wieder. Zum Auftakt tritt eine Musikerin auf, deren aktueller Song auf TikTok zum Hit wurde. Nur einer von vielen Gründen zur Vorfreude.

Kassel – Tolle Künstler, traumhafte Sommerabende und geselliges Miteinander – all das versprechen die Macher des Kasseler Kulturzelts, das ab Samstag nach zwei Jahren Pandemie wieder wie gewohnt an der Drahtbrücke stattfindet. Wir nennen sieben von noch viel mehr Gründen, warum wir uns jetzt schon auf die Eröffnung (19.30 Uhr) mit Antje Schomaker freuen und alles, was danach kommt.

1. Weil Antje Schomaker die ideale Künstlerin für die Eröffnung ist. Der aktuelle Hit der deutschen Indie-Pop-Musikerin ist längst viral gegangen, wie es heutzutage heißt. In „Ich muss gar nichts“ geht es darum, dass sich Frauen und speziell Musikerinnen nicht reinreden lassen sollen. Das wurde sogar zum Tiktok-Trend. In dem Video-Portal finden sich mehr als 23 000 Videos, in denen Frauen den Refrain des Liedes zelebrieren: „Ich muss, ich muss, ich muss gar nichts.“ Selbst Schomakers Kollege, Podcast-Dampfplauderer Olli Schulz, dem die 30-Jährige im Text einen mitgibt, feiert den Song.

2.Weil das Kulturzelt in diesem Jahr ganz im Zeichen der Initiative „Offen für Vielfalt“ steht. Die Demokratie-Initiative gestaltet nicht nur den Eröffnungsabend, sondern präsentiert auch die Konzerte von Djazia Satour, Danger Dan und Alyona Alyona. „Gemeinsam mit dem Kulturzelt wollen wir sichtbar machen, dass unsere Region und die Menschen in Kassel für eine bunte und offene Gesellschaft einstehen“, sagt Sprecherin Dagmar Krauße. Im Vorfeld hatte es Kritik von einigen Alt-Grünen gegeben, die sich daran störten, dass der vor allem in Russland tätige Öl- und Gasproduzent Wintershall Dea seit Jahren Hauptsponsor ist. Sie schrieben einen Offenen Brief an Oberbürgermeister Christian Geselle, damit die Stadt die Spende ausgleiche. Der Rathaus-Chef antwortete damals: „Ich halte es für vollkommen falsch, Wintershall Dea öffentlich an den Pranger zu stellen. Für mich besteht auch keinerlei Notwendigkeit, eine solche Debatte überhaupt zu führen.“ Wintershall Dea ist weiter Sponsor.

3. Weil der Biergarten fast so toll ist wie das Kulturzelt selbst: Bereits vorige Woche öffnete der beliebte Treffpunkt an der Drahtbrücke. Dieses Jahr muss er sich wegen der documenta gegen viele andere Gastro-Angebote behaupten. Und trotzdem war es schon in den vergangenen Tagen voll. Auch der Biergarten ist also ein Hit.

4. Weil internationale Besucher feststellen können, dass Kassel noch mehr zu bieten hat als nur die documenta. Bisweilen wird das seit 1987 bestehende Festival in Anlehnung an das berühmte Jazz-Ereignis am Genfersee als „hessisches Montreux“ bezeichnet. Wer in Montreux war, wird sagen: Ganz falsch ist das nicht.

5. Weil es im Programm viele Namen zu entdecken gibt, über die die Musikfachwelt bereits spricht. Im Kulturzelt kann man sie entdecken und nach dem Konzert mitreden. Die Macher bedienen nicht nur den Mainstream, sondern auch feine Nischen. Wer beispielsweise verbirgt sich hinter Djazia Satour, die am 5. August auftritt? Die franko-arabische Sängerin vereint arabische Folklore und poppigen Groove – klingt nach wunderschöner Musik und Wissen, mit dem man im Freundeskreis angeben kann.

6. Weil es einige Überraschungen gibt. Alle kennen Max Herre. Aber noch nicht so viele kennen Web Max. Das ist der Zusammenschluss des italienisch-deutschen Jazz-Pianisten Roberto di Gioia und des Rappers Max Herre. Ihre einzigartige Mischung ist am 5. Juli zu erleben.

7. Weil das Kulturzelt bekannt dafür ist, dass es ein Treffpunkt für alte Bekannte ist. Im Publikum an der Drahtbrücke begegnet man oft alten Bekannten, die man aus den Augen verloren hat. Deshalb sollte man daran denken, Telefonnummern auszutauschen, um sich auch jenseits des Kulturzelts wiederzusehen. Falls nicht: Im nächsten Sommer trifft man sich wieder. (Matthias Lohr, Kirsten Ammermüller)

Karten: kulturzelt-kassel.de

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