Für die Bewohnerinnen im Kasseler Aschrottheim gab es rote Rosen und Besuch

Muttertag im Altersheim: Zwei Besucher pro Bewohnerin

Auf der Besucherterrasse im Kasseler Aschrott-Heim: Maria Faulstich bekam zum Muttertag Besuch von Sohn Dieter Faulstich und Schwiegertochter Karin Reuter mit Hund Ben.
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Auf der Besucherterrasse im Aschrott-Heim: Maria Faulstich bekam zum Muttertag Besuch von Sohn Dieter Faulstich und Schwiegertochter Karin Reuter mit Hund Ben.

Muttertag im Altersheim: Nur mit Maske und negativem Corona-Test werden Besucher reingelassen. Und nicht mehr als zwei Personen pro Bewohnerin. Ein Besuch im Kasseler Aschrottheim.

Kassel. Bei fünf Kindern, die sie geboren hat, fünf Enkeln, die zur Familie gehören, sechs Urenkeln sowie einem Ururenkelchen, hat sie den Titel „Mutter“ wohl verdient. Nicht nur ihre Kinder habe sie hauptberuflich aufgezogen, sondern auch einige der Enkel, sagt Dieter Faulstich, der jüngste Sohn von Maria Faulstich.

Er gehörte am gestrigen Muttertag mit seiner Frau Karin Reuter und Hund Ben zu der wegen Corona auf zwei Personen reduzierten Besuchergruppe im Aschrott-Altersheim, wo seine Mutter seit zehn Jahre lebt.

Die große Kinderschar wechsele sich ab, das 99 Jahre alte Familienoberhaupt regelmäßig zu besuchen, sagt Dieter Faulstich. Selbst die, die weit weg wohnten, ziehe es immer wieder nach Kassel, zur Omama. „Wir haben einen schönen Familienzusammenhalt“, sagt Dieter Faulstich. Und den habe seine Mutter, die immer für alle da war, auch verdient.

Im vergangenen Jahr, gerade noch vor dem ersten Lockdown, hatte Maria Faulstich an ihrem Geburtstag am 7. März die große Familie zu Besuch gehabt. Als Riesenüberraschung wurde ihr das frischgeborene Ururenkelkind präsentiert. „Das war wirklich schön“, sagt sie.

Ansonsten hat sich die geistig rege Seniorin mit den vielen schmerzhaften Corona-Einschränkungen, die ja auch ihre Kontakte zur Familie betreffen, weitgehend arrangiert. Sie ist pragmatisch, geduldig und von Natur aus positiv veranlagt. Und die Familie lässt sich auch allerlei einfallen, damit die Ururgroßmutter was von ihren Lieben hat und an den Fest- und Feiertagen nicht allein ist. So habe in der Adventszeit einmal ihr Telefon geklingelt und jemand sagte: „Oma, zieh dir mal eine warme Jacke über, geh zum Fenster, mach es auf und guck runter.“ Da stand doch tatsächlich ein Urenkelkind und gab in der Kälte ein Cello-Konzert für die Urgroßmutter.

Maria Faulstich ist voller Zuversicht und guter Hoffnung: „Meinen Hundertsten im nächsten Jahr, den möchte ich gerne wieder mit allen zusammen feiern.“

Ansonsten freue sie sich ja auch schon über Kleinigkeiten. Beispielsweise über die Rose, die es am Muttertag von der Heimleitung gab: für alle Heimbewohnerinnen. (Christina Hein)

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