Kundgebung „Zusammen sind wir stark“ war ein beeindruckendes Zeichen

Eine Stadt steht auf gegen Rechts: Demonstration mit Tausenden Teilnehmern in Kassel

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10.000 Menschen kamen zur der Kundgebung.

In Kassel sind am Donnerstag Tausende Menschen zusammengekommen, um nach dem Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke ein Zeichen gegen Hass, Hetze und Rechtsextremismus zu setzen. 

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 18.58 Uhr - 10.000 Menschen waren es nach offiziellen Angaben, die sich am Donnerstagabend auf dem Schlossplatz vor dem Regierungspräsidium in der Kasseler Innenstadt versammelt hatten. Die Kulisse war beeindruckend.

Um 17 Uhr sollte die große Kundgebung vor dem Regierungspräsidium starten, mit der Kassel und die Region ein Zeichen gegen Rechts setzten. Man begann 15 Minuten später - zu viele Menschen strömten noch auf die Wiese zwischen Steinweg und Präsidium.

Ergreifend war es, als Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) die Familie des ermordeten Walter Lübcke ansprach („Ihnen gilt unser besonderes Mitgefühl“) und um eine Schweigeminute bat. Es herrschte Stille über der Versammlung.

Zuvor gab sich Geselle kämpferisch: „Kassel ist nicht der braune Sumpf der Nation“ sprach er Kommentare an, wonach die Stadt so etwas sei wie eine Nazi-Hochburg. Deshalb sende man mit der Kundgebung „ein beeindruckendes Signal“ in die Republik: „Wir sind eine liebenswerte, weltoffene, auf dem Grundgesetz stehende Stadt“.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) dankte den Demonstranten, die so zahlreich erschienen waren. „Das ist ein ganz starkes Signal.“ Die Justizministerin dankte ausdrücklich der Polizei und der Staatsanwaltschaft für ihre schnellen und offensichtlich erfolgreichen Ermittlungen. Auch dafür gab es viel Beifall.

Ebenso für die Rede von Martin Hein, dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die Kundgebung sei auch Ausdruck der Hochachtung, des Respekts und der Dankbarkeit gegenüber dem mutigen Eintreten von Walter Lübcke für Nächstenliebe und Humanität, sagte der Bischof.

Hein erinnerte auch an den Mord an Halit Yozgat im Jahr 2006. Es sei erschreckend, dass 13 Jahre später wieder ein politisch motivierter Mord in Kassel geschehen sei. Hein: „Das rüttelt uns als Stadtgesellschaft auf und eint uns, unseren Widerstand gegen alle Formen rechtsradikaler Gewalt zu zeigen.“ Der Bischof weiter: „Menschenrechte und Humanität dürfen bei uns niemals zur Disposition stehen. Die Würde des Menschen zu schützen, ist unser aller Aufgabe. Wer sie missachtet, sei es gewaltsam oder mit Worten, stellt sich außerhalb unseres demokratischen Gemeinwesens.

Die Kundgebung, betonte auch Bischof Hein, sei ein starkes Zeichen: „Mit uns nicht.“

Hein dankte auch den vielen Demonstranten. Dass es eine derart große Demo in Kassel schon einmal gab, an der sich Firmen, Gewerkschaften und viele andere Institutionen und Organisationen der Region beteiligten, daran konnte sich niemand erinnern.

Die Demo, bei der Kassel Flagge zeigte, wird so vielen in Erinnerung bleiben. Spätestens, als 10.000 das Lied „Imagine“ von John Lennon, vorgetragen von der Kasseler Musikschule, mitsummten oder sangen.

#Zusammen sind wir stark - Demonstration mit Tausenden Teilnehmern in Kassel

#Zusammen sind wir stark! - Demonstration mit Tausenden Teilnehmern in Kassel
 © Ditzel
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 © Andreas Fischer
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Zu der Kundgebung hatte ein breites Bündnis von Kirchen, Stadt und Kreis Kassel, Land Hessen, Gewerkschaften und Unternehmen aufgerufen, um dreieinhalb Wochen nach dem Mord an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke vor dessen ehemaligem Amtssitz für eine offene und friedliche Region zu demonstrieren.

Der Mord am Regierungspräsidenten und die Aufarbeitung waren am Donnerstag auch Thema einer Aktuellen Stunde im Bundestag sein. Schon am Mittwoch hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zu Beginn der Sitzungswoche Stellung bezogen. „Menschenfeindliche Hetze war in der Vergangenheit und sie ist auch heute der Nährboden für Gewalt, bis hin zum Mord“, sagte Schäuble. Wer diesen Nährboden dünge, mache sich mitschuldig. Schäuble: „Das sollte jetzt auch der Letzte verstanden haben.“

Service zur Demonstration in Kassel: Los geht's um 17 Uhr

Bei der großen Demo in der Kasseler City am Donnerstag ist Folgendes zu beachten:

Straße gesperrt: Der Steinweg wird zwischen Altmarkt und Du-Ry-Straße ab 15 Uhr bis etwa 21 Uhr in beide Richtungen für den Verkehr gesperrt. Vorher kann es wegen des Aufbaus zu Behinderungen kommen.

Dauer: Etwa eine Stunde. Es wird mehrere kurze Reden geben.

Bühne: Die steht vor dem Regierungspräsidium. Redebeiträge werden auf Großbildleinwände am Steinweg übertragen.

Anfahrt: Wegen der Straßensperrungen sollte man den Öffentlichen Nahverkehr benutzen.

Wetter: Es wird nicht mehr so heiß wie gestern sein, warm wird es allemal. Die Sonne scheint von einem wolkenfreien Himmel. Darum: An Kopfbedeckungen denken und sich mit Sonnenschutz eincremen.

Getränke: Bitte selbst in Plastikflaschen mitbringen.

Abfall: Nach der Kundgebung bitte mitnehmen und zu Hause entsorgen.

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Der Aufruf zur Demonstration in Kassel

Angesichts des Mordes an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und der beunruhigenden Geschehnisse der vergangenen Wochen setzen wir gemeinsam ein deutliches Zeichen. 

Mit einem breiten Bündnis ruft die Stadt Kassel alle Menschen in der Region zu einer Kundgebung auf am Donnerstag, 27. Juni 2019, um 17 Uhr vor dem Regierungspräsidium, Am Alten Stadtschloss 1, Kassel.

Wir sind eine friedliche und an unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung orientierte Region. Wir wenden uns entschieden gegen jeden Versuch, unsere Gesellschaft durch Hetze, Hass, Extremismus und Gewalt zu spalten. 

Wir rufen alle dazu auf, Haltung zu zeigen und zusammenzustehen für die Bewahrung unserer Demokratie, für gegenseitigen Respekt, für Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit.

Je mehr kommen, desto stärker ist unser Signal

  • Land Hessen, Ministerpräsident Volker Bouffier
  • Regierungspräsidium Kassel, Regierungsvizepräsident Hermann-Josef Klüber
  • Stadt Kassel, Oberbürgermeister Christian Geselle
  • Landkreis Kassel, Landrat Uwe Schmidt
  • Hessisches Ministerium der Justiz, Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann
  • Stadt Fulda, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld
  • Landkreis Fulda, Landrat Bernd Woide
  • Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Landrat Dr. Michael Koch
  • Schwalm-Eder-Kreis, Landrat Winfried Becker
  • Landkreis Waldeck-Frankenberg, Landrat Dr. Reinhard Kubat
  • Werra-Meißner-Kreis, Landrat Stefan Reuß
  • Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, Bischof Prof. Dr. Martin Hein
  • Bistum Fulda, Bischof Dr. Michael Gerber | Katholische Kirche Kassel, Katholisches Dekanat Kassel–Hofgeismar, Dechant Harald Fischer
  • Jüdische Gemeinde Kassel, Vorstand Esther Haß & Ilana Katz
  • Arbeitskreis Muslimische Gemeinden in Kassel
  • Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Hessen-Thüringen, Vorsitzender Michael Rudolph
  • DGB Nordhessen, Regionsgeschäftsführerin Jenny Huschke
  • Landeswohlfahrtsverband Hessen, Landesdirektorin Susanne Selbert
  • Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Präsident Wolfgang Schneiderhan
  • Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Hessen, Geschäftsführerin Rosa- Maria Hamacher
  • Staatstheater Kassel, Intendant Thomas Bockelmann
  • Universität Kassel, Präsident Prof. Dr. Reiner Finkeldey
  • Sportkreis Region Kassel e.V., Vorsitzender Roland Tölle
  • Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen, Enis Gülegen
  • Kasseler Sparkasse, Vorstandsvorsitzender Ingo Buchholz
  • Volksbank Kassel-Göttingen, Vorstandsvorsitzender Martin Schmitt
  • Hübner GmbH & Co. KG, Geschäftsführer Helge Förster
  • K+S Aktiengesellschaft
  • Wintershall Dea GmbH, Vorstandsvorsitzender Mario Mehren
  • Volkswagen AG, Werkleiter Olaf Korzinovski
  • Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, Institutsleiter Prof. Dr. Clemens Hoffmann
  • Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, Präsident Jörg Ludwig Jordan
  • SMA Solar Technology AG, Vorstandssprecher Dr. Jürgen Reinert
  • Mercedes-Benz Werk Kassel, Werkleiter Prof. Dr. Frank H. Lehmann 
  • Handwerkskammer Kassel, Präsident Heinrich Gringel
  • B. Braun Melsungen AG, Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun
  • Verlag Dierichs GmbH & Co. KG, Geschäftsführer Herbert Siedenbiedel
  • Extra Tip Werbegesellschft mbH, Geschäftsführerin Petra Goßmann
  • Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH, Geschäftsführer Dr. Michael Maxelon
  • Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel mbH
  • Gesundheit Nordhessen Holding AG, Vorstand Birgit Dilchert
  • documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Generaldirektorin Dr. Sabine Schormann
  • Kassel Marketing GmbH, Geschäftsführer Andreas Bilo
  • Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH, Geschäftsführer Kai Lorenz Wittrock
  • Regionalmanagement Nordhessen GmbH, Geschäftsführung Dr. Astrid Szogs, Manuel Krieg, Ute Schulte

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