Keine Genehmigung für Florentiner Platz

Zuschuss gestrichen: Das Jugendcafé ist heimatlos - jetzt Angebot in Bus?

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Wohnungsunternehmen spenden 9100 Euro fürs Jugendcafé: Das wurde vor dem B-Weg-Punkt-Bus am Lutherplatz gefeiert. Auf dem Bild die Stadtjugendpfarrerin Uta Feußner (Mitte) und vorn Jugendbetreuer Lukas Schramm. Hinten die Spender von links: Christian Wedler (GWH), Britta Marquart (Vereinigte Wohnstätten 1889), Matthias Quaß (Wohnungsbaugenossenschaft 1946), Ronald Leick (Bauverein 1894), Klaus Lott (BDKeG) und ganz rechts Jürgen Bluhm (Wohnstadt).

Kassel. Seit April ist das Jugendcafé an der Treppenstraße Geschichte. Weil die Stadt Kassel ihren jährlichen Zuschuss von 20.000 Euro gestrichen hat, musste die sozialpädagogisch betreute Einrichtung schließen.

Die Trägergemeinschaft (evangelische und katholische Kirche, CVJM und Kasseler Jugendring) wollte eigentlich längst mit einem mobilen Angebot im „B-Weg-Punkt-Bus“ der evangelischen Jugend weitermachen. Doch die Stadt hat nicht erlaubt, dass der Bus ein- bis zweimal pro Woche auf dem Florentiner Platz Station macht.

Daher gibt es vorerst gar kein Nachfolge-Angebot. Dabei hat sich die finanzielle Situation inzwischen dank einer Spende in Höhe von 9100 Euro von sechs Kasseler Wohnungsunternehmen entspannt.

Als Ronald Leick, Vorstand des Bauvereins 1894, in der HNA von der bevorstehenden Schließung des Jugendcafés las, trommelte er seine Kollegen anderer Kasseler Wohnungsgesellschaften zusammen. „Als Wohnungsunternehmen kriegen wir alle Facetten des Lebens mit. Umso wichtiger ist es uns, dass auch benachteiligte Jugendliche eine Chance bekommen“, sagte Leick. Das wichtige Projekt müsse daher erhalten bleiben. Innerhalb weniger Wochen waren 9100 Euro im gemeinsamen Spendentopf, die jetzt symbolisch vor dem Jugendbus übergeben wurden, der dafür auf dem Lutherplatz Station machte. Die Fläche gehört der Kirche, sodass es dafür keine städtische Genehmigung braucht.

Dauerhaft sei der Platz wegen der Nähe zur Jugendkulturkirche in der Lutherkirche aber kein geeigneter Standort für den Jugendcafé-Ersatzbus, sagt Uta Feußner, evangelische Stadtjugendpfarrerin. Das eine sei ein sozialpädagogisches, das andere ein eher spirituelles Angebot. Mit dem Jugendcafé erreiche man auch viele Jugendliche mit Migrationshintergrund, die nicht in die Kirche gehen, sagt Feußner.

Ideal wäre es, das Angebot auf dem Florentiner Platz in unmittelbarer Nähe des bisherigen Jugendcafés fortzusetzen. Ein- bis zweimal pro Woche sollte der Bus dort für maximal fünf Stunden stehen. Doch das lehnt die Stadt ab. Zum einen könnten die speziellen, teuren Steinplatten in dem denkmalgeschützten Ensemble durch den Bus beschädigt werden, erklärt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Zum anderen werde „die Sichtachse vom Fridericianum zum Scheidemannplatz beeinträchtigt, wenn regelmäßig mehrfach pro Woche mittendrin der Bus stehen würde“.

Derzeit werde ein alternativer geeigneter Standort zwischen den beteiligten städtischen Ämtern abgestimmt.

Von Katja Rudolph

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