Möglicher Standort für das documenta-Institut

Zustimmung für Idee zum Ruruhaus

Auch nach 2022 ein kultureller Ort? Der Vorschlag stößt bisher auf viel Zustimmung.
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Auch nach 2022 ein kultureller Ort? Der Vorschlag stößt bisher auf viel Zustimmung.

Weiterhin wird in Kassel ein Standort für das documenta-Institut gesucht. Eine Option könnte das Ruruhaus sein. Die Stadt will Grundstück und Gebäude übernehmen. In der Grundstückskommission stieß der Antrag auf breite Zustimmung.

Kassel - Wie geht es nach der documenta im kommenden Jahr weiter mit dem Ruruhaus? Liegenschaftsdezernent und Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) hat zuletzt vorgeschlagen, dass die Stadt das Gebäude in der Königsstraße langfristig nutzt – für kulturelle Zwecke. Eine Möglichkeit wäre, dort das documenta-Institut, für das schon lange ein passender Standort gesucht wird, unterzubringen.

Dafür müssten Grundstück und Gebäude von einer Erbengemeinschaft übernommen werden. Einen entsprechenden Antrag hat Geselle an die Grundstückskommission und den Grundstücksausschuss übermittelt.

Zumindest in der Grundstückskommission, die als beratendes Gremium des Magistrats tätig ist, stieß der Antrag am Donnerstagnachmittag auf breite Zustimmung. Nach Informationen unserer Zeitung gab es in der nicht-öffentlichen Sitzung lediglich eine Gegenstimme – von der Vertreterin der Linken. Im anschließenden Grundstücksausschuss wurde das Thema dann noch einmal geschoben, weil mindestens noch die Grünen Beratungsbedarf sehen.

Jetzt soll das Ganze in einer Sondersitzung des Ausschusses und damit eines Hilfsorgans der Stadtverordnetenversammlung behandelt werden. Sollte dort Einstimmigkeit herrschen, wäre der Weg frei für die Stadt, um entsprechende Verträge mit der Erbengemeinschaft schließen zu können. Sollte es im Ausschuss mindestens eine Gegenstimme geben, würde die Angelegenheit wohl in der Stadtverordnetenversammlung am 8. November abschließend behandelt. Die Stadt selbst äußerte sich gestern nicht.

Fest steht aber: Oberbürgermeister Geselle sieht in der langfristigen Nutzung des Ruruhauses durch die Stadt einen Baustein einer generellen Strategie für die Innenstadtbelebung. „Neben der Tatsache, dass die Zentren auch wieder verstärkt als Wohnstandorte entdeckt werden, wollen wir die Säulen Arbeit im Sinne von Verwaltungs- und Unternehmensstandorten, Handel, Gastronomie sowie Kultur stärken“, erklärte er jüngst im Gespräch mit unserer Zeitung. Er verwies in dem Zusammenhang auf das Technische Rathaus, das nach dem Auszug der Sparkasse für den Standort Wolfsschlucht/Ständeplatz geplant wird, und auf die Entwicklung der Kasseler Kaufhof-Filiale. Diese wurde als Pilot „Galeria 2.0“ ausgewählt; an der Entwicklung soll die Stadt laut Geselle nicht ganz unbeteiligt gewesen sein. „Zudem haben wir den Weg geebnet, die Markthalle zukunftsfähig zu machen, damit sie ein Anziehungspunkt bleibt.“

Nun sollen auch die Voraussetzungen für eine kulturorientierte Innenstadtentwicklung geschaffen werden. Nach Informationen unserer Zeitung will Geselle in den nächsten Wochen weiter für den Vorschlag bezüglich des Ruruhauses werben und dazu auch die Fraktionen näher informieren. Die meisten hatten zuletzt bereits signalisiert, dass sie die Grundidee gut finden: dass die Stadt das Ruruhaus übernimmt und für kulturelle Zwecke nutzt.

Derzeit nutzt die documenta das Gebäude als eine Art Zentrum oder auch Laboratorium, in dem die Ausstellung im kommenden Jahr vorbereitet wird. Die documenta hat das Gebäude bis Ende 2022 gemietet.

Von Florian Hagemann

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