Familie Vaupel hat das Playoff-Spiel der Huskies verfolgt

Fans der Kassel Huskies zwischen Zuversicht und Enttäuschung

Treue Fans fiebern mit: Diana und Basti Vaupel, Tochter Mia und Nachbar Sven Wassermann (rechts) verfolgten das Eishockeyspiel der Kassel Huskies gegen die Bietigheim Steelers zu Hause vor dem Fernseher.
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Treue Fans fiebern mit: Diana und Basti Vaupel, Tochter Mia und Nachbar Sven Wassermann (rechts) verfolgten das Eishockeyspiel der Kassel Huskies gegen die Bietigheim Steelers zu Hause vor dem Fernseher.

Die Enttäuschung war bei den Fans der Kassel Huskies groß, die am Dienstagabend das Playoff-Spiel ihrer Eishockeymannschaft per Stream verfolgten. Meistertitel und Aufstieg konnten noch nicht gesichert werden.

Kassel / Vellmar – Normalerweise wäre Basti Vaupel aus Vellmar gestern Abend in der Kasseler Eissporthalle gewesen. Schließlich hat der Fan der Kassel Huskies seit 1994 dort so gut wie kein Heimspiel verpasst. Vielleicht fünf Spiele in den vergangenen 27 Jahren. Wenn er im Urlaub oder mal krank gewesen ist. Und dann spielen die Kassel Huskies um die DEL2-Meisterschaft und den Aufstieg in die DEL ausgerechnet dann, wenn wegen Corona kein Publikum zugelassen ist.

„Es ist unheimlich schade, dass wir in dieser Saison beim 7:0 gegen Frankfurt nicht dabei sein konnten.“

„Ich hoffe, dass sie es heute Abend nicht so spannend machen wie beim letzten Aufstieg in die DEL“, sagt Basti Vaupel. Am 25. April 2008 war er beim entscheidenden Finalspiel der Huskies gegen Landshut natürlich auch dabei. Damals ging es in die Verlängerung. Nach 11 Minuten und 51 Sekunden sicherte Drew Bannister mit seinem Treffer zum 3:2 den Aufstieg der Kasseler.

Gestern Abend hat Basti Vaupel, der auch Vorsitzender des Fanclubs Highlander Kassel ist, das dritte Playoff-Spiel gegen die Bietigheim Steelers zusammen mit seiner Frau Diana (44), seiner Tochter Mia (11) und seinem Freund Sven Wassermann zu Hause in Vellmar per Stream verfolgt. Sonst steht er neben Wassermann immer in der Eishalle. Wie es ihnen dabei ergangen ist, haben wir vor und nach dem Spiel und in den Pausen am Telefon erfahren.

.  19 Uhr

Kurz vor dem Anpfiff gibt sich Vaupel zuversichtlich. „Ich glaube schon, dass wir es schaffen. Auch wenn es ein enges Spiel wird.“ Alles ist vorbereitet: Cola, Brause, Energydrink und Bier stehen auf dem Tisch. Diana und Mia Vaupel tragen Trikots, Basti Vaupel trägt einen Schal und sein Kumpel einen Fanclub-Pullover. Die Aufregung ist dem 44-Jährigen auch am Telefon deutlich anzumerken. Sein Freund Sven Breiter, Fanbeauftragter der Huskies, der das Spiel in der Eissporthalle verfolgen darf, hat eine Whatsapp-Gruppe eröffnet, in der er direkt durchgeben wird, wenn ein Tor fällt.

.  20.05 Uhr

    „Ich muss gerade mal Blutdruck messen. Der ist so hoch“, sagt Basti Vaupel. Die Huskies führen nach dem ersten Drittel mit 2:1. „Gott sei Dank. Die Bietigheimer haben aber gewaltig dagegengehalten“, sagt Vaupel. Entsprechend laut ging es vor dem Bildschirm zu. Geschrei. Am lautesten habe seine Frau geschrien, sagt Vaupel. Die Torschreie zu den beiden Treffern der Kasseler gab es übrigens von Sven Breiter, der Sprachnachrichten aus der Halle verschickt. Er nennt natürlich auch die Namen der beiden Schützen Cornet und Trivino.

.  20.56 Uhr

„Der Blutdruck ist immer noch hoch“, sagt Basti Vaupel. „Gott sei Dank haben wir Jerry Kuhn im Tor.“ Alle sind angespannt und nervös nach diesem zweiten Drittel, in dem Bietigheim die meisten Chancen hatte. Aber Basti Vaupel ist ja ein alter Hase, was Eishockey angeht. „Das zweite Drittel war früher nie unser Drittel. Das ist eigentlich ein gutes Omen.“

.  21.50 Uhr

„Die Enttäuschung sitzt ziemlich tief“, sagt Basti Vaupel. Der Frust über die Niederlage gegen Bietigheim ist dem Fan anzuhören. „Dass die Huskies sich 37 Sekunden vor Schluss noch einen fangen, ist ein Schlag in die Magengrube.“ Die Leistung der Mannschaft sei im zweiten und dritten Drittel nicht gut gewesen. „Heute haben sie nicht verdient zu gewinnen.“ Er hofft, dass die Huskies am Donnerstag beim nächsten Playoff-Spiel ihre Leistung steigern werden.

Hoffentlich wird dann nach Spielende bei den Vaupels in Vellmar und auch bei allen anderen Fans der Huskies die Torjubelhymne Ramalamadingdong zu hören sein. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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