Mietgrund Immobilien GmbH & Co. KG bekam Zuschlag

Zwangsversteigerung für 3,7 Millionen Euro: Druckerei Schanze in Wehlheiden wird zur Bank

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Hier zieht vorübergehend die Evangelischen Bank ein: Die Mietgrund Immobilien GmbH & Co. KG aus Kassel, eine hundertprozentige Tochter Deutschlands größter Kirchenbank, hat die ehemalige Druckerei Schanze an der Kohlenstraße ersteigert.  

Kassel. Beim dritten Anlauf ist die Immobilie an der Kohlenstraße vor dem Kasseler Amtsgericht nun unter den Hammer gekommen.

Den Zuschlag bekam die Mietgrund Immobilien GmbH & Co. KG aus Kassel, die 3,7 Millionen Euro geboten hat.

Nach Angaben von Matthias Grund, Sprecher des Amtsgerichts, war Mietgrund der einzige Bieter. Der Zuschlag sei allerdings noch nicht rechtskräftig, da der Schuldner, der Immobilienmakler Kruse, noch Beschwerde dagegen einlegen könne.

Bereits beim zweiten Zwangsversteigerungstermin im Oktober vergangenen Jahres hatte die Mietgrund GmbH 2,9 Millionen Euro für die ehemalige Druckerei, die eine Gesamtfläche von 5800 Quadratmetern hat, geboten. Diese Summe war den Gläubigern, der Bank für Sozialwirtschaft in Köln sowie der Stadt Kassel, damals aber noch zu gering gewesen.

Jetzt ist das Geschäft aber unter Dach und Fach, wie Matthias Zaremba, Geschäftsführer der Mietgrund Immobilien GmbH, gegenüber der HNA bestätigt. Mietgrund ist eine 100-prozentige Tochter der Evangelischen Bank, Deutschlands größter Kirchenbank, die ihre Hauptstelle in Kassel hat.

Wie die HNA berichtet hat, wird die Evangelische Bank diese Hauptstelle an der Ecke Ständeplatz/Fünffensterstraße ab diesem Jahr für über 30 Millionen Euro aus- und umbauen. Im Sommer 2019 soll das neue, repräsentative Gebäudeensemble fertig sein.

Und jetzt kommt die ehemalige Druckerei in Wehlheiden ins Spiel: Während der Bauarbeiten in der Innenstadt sollen 200 der 280 Kasseler Mitarbeiter nach Wehlheiden umziehen, sagt Zaremba. Derzeit werde geprüft, welche Arbeiten in der ehemaligen Druckerei, die zum Teil seit Jahren leer steht, noch bis dahin erledigt werden müssen.

Schließlich sind die Sanierungsarbeiten von dem pleite gegangenen Voreigentümer nicht abgeschlossen worden. Im Jahr 2010 hatten der Immobilienmakler Karl-Heinz Kruse und sein Sohn Marcel das verfallene Gebäude gekauft und zu großen Teilen sanieren lassen. Doch irgendwann war das Geld alle.

Einige Handwerker blieben deshalb auf ihren Rechnungen sitzen: Einer davon ist Alexander Pirr aus Fritzlar, dessen Firma bei der Sanierung des Gebäudes für die Elektrotechnik zuständig gewesen ist. Er hat noch über 100 000 Euro zu bekommen, sagte Pirr gegenüber der HNA. Bei der Zwangsversteigerung ist dieser Gläubiger leer ausgegangen.

Moralische Gründe

Mietgrund Immobilien wolle einige der Firmen, die bei der Sanierung geprellt worden seien, jetzt wieder mit ins Boot holen, kündigt der Geschäftsführer an. „Natürlich können wir die Lücken nicht komplett schließen“, sagt Zaremba. Aber die Handwerker sollen zumindest die noch ausstehenden Arbeiten erledigen können und dafür natürlich auch bezahlt werden. So gehe man auch aus moralischen Gründen vor.

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