Ärgernis: Fahrer haben immer wieder Probleme mit Parkscheinautomaten

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Münzen bereithalten: Mirjam Görner, Inhaberin des Restaurants Postillon am Brüder-Grimm-Platz, wechselt entnervten Autofahrern zig mal am Tag Zwei-Euro-Münzen.

Kassel. Individuelle Parkzeiten sind in Kassel nicht möglich und Rückgeld ist ebenfalls nicht vorgesehen. Hält man dann aber die passenden Münzen für eine gewünschte Parkzeit bereit, kann es trotzdem passieren, dass der Automat sie nicht annimmt, beziehungsweise keinen Parkschein ausdruckt.

Kasseler Automaten verweigern beispielsweise die Quittung, wenn eine Zwei-Euro-Münze eingeworfen wurde. Und das, obwohl die entsprechende Münze als wahlweiser Einwurf auf der Bedienungsanleitung angegeben ist.

Auf dem Brüder-Grimm-Platz verärgert das die Autofahrer seit Jahr und Tag. Mirjam Görner, Inhaberin des anliegenden Restaurants Postillon, kennt das Problem zur Genüge. „Bis zu 40 mal am Tag kommen bei uns entnervte Menschen rein und wollen ihre Zwei-Euro-Münzen wechseln“, sagt sie. „Manchmal gehen mir selber die Münzen aus, und Zwei-Euro-Stücke muss ich bei der Bank erst gar nicht mehr holen.“

Ihr Vorgänger hatte an der Restauranttür sogar ein Schild angebracht mit dem Hinweis, dass er kein Geld für den Parkscheinautomaten wechsele.

Dazu sagt Petra Bohnenkamp, Sprecherin der Stadtverwaltung: „Die Automaten akzeptieren Zwei-Euro-Münzen, aber für diese Summe gibt es keinen Parkschein.“

Es handele sich nicht etwa um einen Defekt oder wartungsbedingten Fehler, wie viele annehmen. „Die Automaten werden je nach Frequentierung zwei- bis fünfmal im Jahr gewartet.“ Dabei werde der Papierstaub abgesaugt, der Münzprüfer gereinigt und mehr.

Zur Erklärung des paradoxen Wirrwarrs weist Bohnenkamp auf die Gebührenordnung für die Parkzone Zentrum hin. Danach muss man für eine halbe Stunde Parken 50 Cent bezahlen, für eine Parkzeit bis zu einer Stunde einen Euro und bis zu zwei Stunden 2,50 Euro. Wer bis zu drei Stunden parken will, zahlt vier Euro. Zwei Euro sind nicht vorgesehen.

Abhilfe könnte eine künftige Neuregelung der Parkgebührenordnung schaffen, sagt Bohnenkamp. Diese könne beinhalten, dass auch „dem Wunsch nach einem Zwei-Euro-Ticket entsprochen wird“ und flexible Parkzeiten eingeführt werden. Auch sei es möglich, die Neuentwicklung des Handyparkens einzubeziehen. Das werde „in absehbarer Zeit“ geprüft.

Von Christina Hein

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