Bis zu 42 Asylsuchende

Zwei neue Heime für Flüchtlinge in Harleshausen geplant

Früher Seniorenwohnheim, ab Sommer Unterkunft für bis zu 19 minderjährige Flüchtlinge: In der Anlage „Sonnenhang“ an der Ahnatalstraße in Harleshausen sollen in diesem Jahr Flüchtlinge einziehen. Fotos: Fischer

Kassel. Im Stadtteil Harleshausen wird es zwei Standorte für Flüchtlingswohnheime geben. Das teilte am Freitag die Stadt Kassel gemeinsam mit der Hephata Diakonie auf HNA-Anfrage mit.

In dem früheren Hotel „Villa Seeberg” in der Seebergstraße werden vermutlich schon ab kommendem Mittwoch bis zu 23 Menschen einziehen. Bis zu 19 minderjährige Asylsuchende werden zudem wohl ab Juli in dem früheren Seniorenheim „Sonnenhang“ an der Ahnatalstraße untergebracht.

Bei den Flüchtlingen, die in die Villa Seeberg einziehen, handele es sich um Frauen und ihre Kinder aus nichteuropäischen Krisenländern, sagte Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. „Die Flüchtlinge sind aber noch nicht in Kassel“, sagte er. Das Sozialamt kümmere sich um die Unterbringung in dem Hotel, das nach Auskunft der Eigentümer über zwölf Doppelzimmer verfügt. In dem früheren Seniorenheim Sonnenhang bringt dann ab Sommer das Jugendamt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unter, sagte Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink.

Betrieben werde das Wohnheim aber von der Hephata Diakonie, mit der ein Vertrag geschlossen wurde. „Wir haben das Gebäude für zehn Jahre angemietet“, sagte Henning Wienefeld, Teamleiter von Hephata. Dafür zahlt das Amt dem Betreiber pro Person und Tag 156 Euro. Darin enthalten: die Betreuung der teilweise stark traumatisierten Kinder an sieben Tagen in der Woche sowie die Umbaukosten der Anlage. Das Land erstatte der Stadt die Kosten. Nicht zu 100 Prozent, aber fast vollständig, sagte Osterbrink.

Die Jugendlichen stammten aus Krisenländern wie Afghanistan, Somalia und Eritrea und sind zwischen 11 und 18 Jahren alt, sagte Osterbrink. „In Kassel haben wir aktuell 60 minderjährige Jugendliche, die geflohen sind“, sagte Wienefeld.

Zu den Kosten über die Flüchtlingsunterbringung der Mütter und Kinder in der Villa Seeberg machte die Stadt keine Angaben. Die neuen Standorte beeinflussten auch nicht die bisherige Planung für weitere Unterkünfte, sagte Happel-Emrich. „Die Zahl der Flüchtlinge steigt und bleibt auf einem hohen Niveau, so wie in den Vorjahren.“ Es sei ein Anliegen der Stadt, die Flüchtlinge in kleineren Unterkünften über die Stadt verteilt unterzubringen. Zuletzt war auch der Bau einer Gemeinschaftsunterkunft in Containerbauweise in der Nordstadt im Gespräch, wo an der Bunsenstraße bis zu 150 Personen unterkommen könnten. Daran hält die Stadt weiter fest.

Eigentlich wollten Stadt und Hephata die Pläne am kommenden Donnerstag bei der Ortsbeiratssitzung in Harleshausen vorstellen. Doch ein Brief, den eine unbekannte Person bei den Anwohnern in der Seebergstraße eingeworfen hatte, sorgte für Gesprächsstoff.

Darin fordert der Autor die Anwohner zur Toleranz gegenüber Flüchtlingen auf. Aus Rücksicht auf Muslime, so der Autor, sollten die Nachbarn des Wohnheims aber keinen Alkohol trinken und kein Schweinefleisch grillen.  

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie in der HNA-Samstagsausgabe.

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